Donnerstag , 29. September 2016
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GEMA-Gebühr ohne Konzert

mm Lüneburg. Lutz Stoffregen, Chef der Krone an der Heiligengeiststraße, ist aufgebracht. Er sollte GEMA-Gebühren für eine Musikveranstaltung in seinem Lokal in Höhe von 126 Euro entrichten. Was ihn dabei so auf die Palme bringt: Die Veranstaltung hat nie stattgefunden. „Man bezahlt doch auch nicht für ein Essen, das man gar nicht bestellt hat“, macht er seinem Unmut Luft.

Die Zahlungsaufforderung ereilte Stoffregen Anfang August für eine angebliche Musikveranstaltung im Juli 2012. Dabei ging es um einen Auftritt des Sängers René Könnig. „Es gab eine veröffentlichte Ankündigung für den 29. Juli 2012. Allerdings fand die Veranstaltung bereits einen Monat vorher während des Hansetages statt“, schildert Stoffregen. Die Auftritte von Musikern während des großenFestesgehörten zum Gesamtpaket der Stadt Lüneburg, die dafür mehr als 27000 Euro an die GEMA überwiesen habe.

Könnig, der beispielsweise Stücke der Comedian Harmonists zum Besten gibt, kann sich nicht mehr erklären, wie es zu der falschen Ankündigung kam: „Ich habe nichts angeleiert, es war wohl einfach ein Versehen“, beschreibt er die Verwechslung des Datums.

Von Seiten der GEMA heißt es zu dem Fall: „Wir halten uns natürlich an unseren gesetzlichen Auftrag zum Schutz des Vervielfältigungsrechts“, sagt Sprecherin Gaby Schilcher. Durch die Auswertung öffentlicher Medien finde ein Abgleich zwischen gemeldeten und nicht gemeldeten Musikveranstaltungen statt. Werde man auf eine nicht gemeldete Veranstaltung aufmerksam, werde der Organisator auf seine Meldepflicht im Nachhinein hingewiesen. Eine Gebührenerhebung sei in diesemFall somit legitim,findet sie.

Für den Gastronom sind die Praktiken der Gesellschaft für musikalische Vervielfältigungsrechte unverständlich. So habe es keine Anfrage gegeben, ob die Veranstaltung tatsächlich stattgefunden habe. „Lediglich auf Basis von Ankündigungen in Zeitungen und Internet Gebühren zu verhängen, halte ich für nicht akzeptabel“, kritisiert Stoffregen. Er sei durchaus pflichtbewusst. Aber so könnte ja jeder einfach irgendwas im Netz ankündigen und damit für immense Kosten für vermeintliche Veranstalter sorgen.

Doch am Ende zeigte sich die GEMA doch noch kooperativ, sie hat die berechnete und von Stoffregen zunächst bezahlte Gebühr zurückerstattet.