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Oldtimer mit Pferdestärken

lkö Lüneburg. Fast fünfzig Menschen stehen am Sand, schauen abwechselnd in die Ferne und auf die Uhr. Sie alle warten auf die Kutschen, die angekündigt waren. Doch vergeblich. Dann kommt irgendwann die Nachricht: Die Gespanne kommen zum Marktplatz. Eigentlich sollten sie von den Sülzwiesen aus durch die Stadt fahren, doch daraus wurde nichts. „Das war anscheinend leider eine Kommunikationslücke zwischen dem Rathaus und uns“, berichtet der Veranstalter Carsten Eichert. „Aber die Teilnehmer haben es mit Humor genommen.“

Die 13 Kutschen nehmen an einer sogenannten Traditionsfahrt teil, eine Art Wettbewerb für historische Kutschen. Sie gehört zum Programm der Veranstaltung „Zugpferd Luhmühlen“, die an diesem Wochenende stattfindet. Im ersten Teil werden die Kutschen, sowie die Pferde und Fahrer bewertet. „Wir wollten das in Lüneburg machen, um uns hier in der Stadt zu präsentieren.“ Der zweite und dritte Teil des Wettbewerbs findet aber in Luhmühlen statt. Solche Traditionsfahrten seien selten in Deutschöand, erzählt Eichert. „Die meisten der Kutschen sind über 100 Jahre alt. Das ist ein besonderes Hobby, ein bisschen wie Oldtimerfahren“, findet der Organisator.

Anja Behrmann ist Mitglied der Jury und inspiziert jedes Gespann mit Argusaugen. Passt das Kostüm zur Kutsche, ist das Gefährt richtig gepolstert, sind die Pferde ordentlich gepflegt? Dazu kommentiert Heinrich Hermann Hansmeier das Geschehen, so dass sich um die Kutschen manchmal ein Pulk von interessierten Zuhörern bildet. Wiebke Dicks nimmt heute zum ersten Mal an so einem Traditionsturnier teil. Sie hat hat das Schleswiger Kaltblut Tomboy vor einen Jagdwagen gespannt. Die Vorbereitung habe die Hamburgerin viel Zeit gekostet: „Allein drei Stunden habe ich das Geschirr geputzt, damit es so glänzt.“

Eleonore Klein ist extra wegen den Kutschen zum Marktplatz gekommen. „Ich mag die Sportkutschen auch, aber die hier ergeben wirklich ein hübsches Bild.“ Ganz besonders gefällt ihr der Zweispänner von Tanja Böhlmann. Die junge Frau aus Buchholz hat die ungarischen Lipizzaner Nemo und Ötschi vor die Kutsche gespannt. „Ich nehme zwei bis dreimal im Jahr an solchen Wettbewerben teil, mag es die Pferde und die Kutsche zu präsentieren.“