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Der Chefsessel ist wieder besetzt

kre Dahlenburg. Selbst in der Stunde seines größten beruflichen Erfolges wahrt Christoph Maltzan (CDU) die Contenance: Kein Jubeln, kein Arme hochreißen – zurückhaltend, fast schon schüchtern, nimmt der 40-Jährige Glückwünsche und Blumen entgegen. Dass er jetzt der neue Bürgermeister der Samtgemeinde Dahlenburg ist – an diesen Gedanken muss sich der Nahrendorfer offenbar erst noch gewöhnen: 81,8 Prozent der Dahlenburger über 16 Jahre stimmten gestern bei der Bürgermeisterwahl für ihn, 18,2 Prozent der Wahlberechtigten votierten mit Nein.

Es war zugegebenermaßen eine Wahl mit vorhersehbarem Resultat: Denn außer Christoph Maltzan hatte kein anderer Kandidat seinen Hut in den Ring geworfen. Die Frage lautete also nicht, ob Christoph Maltzan zum neuen Verwaltungschef gewählt wird, sondern mit welchem Ergebnis? Seit gestern Abend 19.51 Uhr steht es fest: 2744 Dahlenburger (81,6 Prozent) wollen den 40-Jährigen als Nachfolger auf dem Chefsessel von Joachim Dassinger sehen, der im Januar vorzeitig aus dem Amt gewählt worden war (LZ berichtete).

Als das Wahlergebnis feststeht, ist Maltzan die Erleichterung ins Gesicht geschrieben: Es hätte schließlich auch anders ausgehen können. Seine Schmerzgrenze? Bei etwas über 50 Prozent. „Da hätte ich die Wahl nicht angenommen“, sagt der Nahrendorfer.

Hätte, hätte, Fahrradkette – mit diesem Spruch hatte es Peer Steinbrück (SPD) während des Bundestagswahlkampfes in die Schlagzeilen gebracht. Jetzt sind seine Worte wie gemacht für den neuen Dahlenburger Samtgemeindeverwaltungschef: Eine Zustimmung von 70 Prozent hatte sich Maltzan erhofft, jetzt sind es sogar etwas mehr als 80 Prozent geworden.

Dafür muss er nun seinen Noch-Chef und baldigen Bürgermeister-Kollegen Jens Böther zum Pizza-Essen einladen. Der hatte nämlich mit Maltzan gewettet, für seinen Noch-Kämmerer ein Wahlergebnis von wenigstens 75 Prozent vorhergesagt – und gewonnen. Wettschulden sind Ehrenschulden. Also darf sich der Bleckeder Bürgermeister jetzt schon auf eine leckerere Pizza freuen.

Viel Zeit bleibt den beiden Männern allerdings nicht mehr für das gemeinsame Essen: Schon am 1. Oktober nämlich wird Christoph Maltzan sein neues Amt in der Samtgemeinde antreten. Und im Gegensatz zu seinem glücklosen Amtsvorgänger Dassinger will der neue Rathauschef auch das Gespräch nicht nur mit der CDU-Fraktion, sondern auch mit den Politikern von SPD, Grünen, aktiven Bürgern und Freier Wählergemeinschaft suchen: „Die erste Gruppensitzung findet bereits am 14. Oktober statt“, berichtet SPD-Fraktionschef Franz-Josef Kamp. Ein Thema wird sein: die Neustrukturierung der Verwaltung.