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Kleeblatt im Einsatz in Berlin

ca Lüneburg. Lüneburger Parlamentarierer hatten am Dienstag, 24. September, in Berlin gut zu tun. Während Eckhard Pols (CDU) weiter auf seinen Stab setzen kann, suchen sich Julia Verlinden (Grüne) und Hiltrud Lotze (SPD) neben Sitzungen mit ihren Fraktionen Mitarbeiter. Lotze hat erste Gespräche geführt, da sie bis vor vier Jahren das Büro ihrer sozialdemokratischen Vorgängerin Hedi Wegener geführt hatte, will sie auf alte Kollegen zurückgreifen. Durch diese Arbeit ist ihr der politische Betrieb in Berlin nicht neu. Auch Julia Verlinden kennt Berliner Abläufe des Bundestages: „Ich habe dort hospitiert und kenne Kollegen aus meiner Fraktion. Zudem habe einen Doktor in Politikwissenschaften.“

Nach einer Einarbeitungszeit erwarten Bürger und Politik vom Lüneburger Kleeblatt, dass sich das Trio für die Region einsetzt, Landrat Manfred Nahrstedt und Oberbürgermeister Ulrich Mädge hatten gestern in der LZ Themen genannt: Neben einer besseren finanziellen Ausstattung der Kommunen und mehr Investitionen in Kitas und Bildung den Bau der Autobahn A 39, eine Erweiterung des Schiffshebewerks in Scharnebeck und den Zugriff auf die Flächen der Schlieffen-Kaserne, um für die Stadt 20 Hektar Bauland zu gewinnen.

Pols sagt, selbstverständlich arbeite er mit seinen Kollegen auch über Parteigrenzen hinweg zusammen, „zumal ich ja voraussichtlich künftig mit einer der Damen in einer Koalition sitzen werde“. Neben der Schlieffen-Kaserne, die der Bund der Stadt zu einem „vernünftigen Preis anbieten soll“, geht es ihm darum, den Osten des Landkreises Lüneburg und Lüchow-Dannenberg voranzubringen, beide struktur- und wirtschaftlich schwach. Mit der Sozialdemokratin Lotze könne er sich wohl für die A 39 einsetzen, doch mit der grünen Autobahngegnerin Verlinden werde es in dieser Frage kaum eine Gemeinsamkeit geben.

Auch die SPD-Abgeordnete sagt: „Natürlich ist es meine Aufgabe, bei Sachthemen mit den anderen Kollegen zusammenzuarbeiten.“ Der Ausbau des Hebewerks, die A 39 und die Entwicklung der Schlieffen-Kaserne seien Beispiele, wo man „Prozesse beschleunigen könnte“. Selbstverständlich gebe es auch konträre Punkte, eben bei den Grünen die Haltung zum Autobahnbau.

Julia Verlinden gibt sich zurückhaltender: „Bei der Verkehrspolitik haben wir sicher unterschiedliche Vorstellungen. Selbstverständlich will ich auch Politik für die Region machen.“ Aber über eine Zusammenarbeit werde sie „im Einzelfall entscheiden“. Erst einmal stehe an, grundsätzliche Fragen der politischen Arbeit in Berlin zu klären: „Das wird eine Weile dauern.“

Zusammenarbeit geht aber über den eigenen Wahlkreis hinaus, denn der Nordosten Niedersachsens ist in der 18. Wahlperiode stärker als bisher vertreten und kann sich für eigene Interessen einsetzen. Für die CDU sitzen neben Pols im Reichstagsgebäude Henning Otte aus Celle/Uelzen, Reinhard Grindel aus dem Heidekreis/Rotenburg und Michael Grosse-Brömer aus Brackel bei Winsen, er vertritt den Kreis Harburg und ist Vorsitzender der niedersächsischen CDU-Landesgruppe. Für die SPD machen neben Hiltrud Lotze noch Lars Klingebeil (Heidekreis), Kirsten Lühmann (Celle/Uelzen) und als Neuling aus Harburg Svenja Stadler Politik. Für die Grünen vertritt neben Julia Verlinden Sven-Christian Kindler den Soltauer Bereich in Berlin.