Aktuell
Home | Lokales | Tröpfchenweise zum Sieg
3587016.jpg

Tröpfchenweise zum Sieg

mm Lüneburg. Daniel Pflüger weiß mittlerweile, wie sich das Gewinnen anfühlt. Der 18-Jährige wurde mit seinem Forschungsprojekt zur Wellenvermessung Bundessieger bei „Jugend forscht“. Für den frisch gebackenen Abiturienten vom Lüneburger Johanneum ging es nun weiter. In Prag eroberte er beim europäischen Wettbewerb für junge Wissenschaftler EUCYS den dritten Platz. Unter den Physikern war der Lüneburger damit der Beste und am Ende um 3500 Euro reicher.

Daniel Pflüger musste auf europäischer Bühne an drei Tagen unterschiedliche Jurys von seinem Projekt überzeugen – in Englisch. Anders als bei „Jugend forscht“ wurden die Sieger fächerübergreifend gekürt. 120 Teilnehmer aus 37 Ländern gingen mit ihren Projekten an den Start. Den ersten Preis erhielten ein Biologieprojekt aus Irland und ein finnischer Sozialwissenschaftler.

An Daniels Vermessungsprojekt gefiel den Juroren besonders die mathematische Durchdringung. Mit Formeln errechnet Daniel die Höhe und Neigung von Wasserwellen. Durch seine Messungen kann Daniel sichtbar machen, was sonst für das menschliche Auge unsichtbar bleibt. „Wenn ein Tropfen ins Wasser fällt, verschmilzt ein Teil mit dem Wasser und ein anderer Teil springt nach oben“, erklärt er das Phänomen. Das passiere fünf bis sieben Mal innerhalb von Millisekunden und wird von Daniel mit Laser und Kamera gemessen. „Die Bilder oder Einzelpunkte können durch mathematische Formelrechnung so überlagert werden, dass eine Kurve entsteht“, erklärt Physiklehrer Michael Rode, der Daniel bei seinem Projekt unterstützt.

Am Johanneum befindet sich der Forschungsapparat – ein Wasserbecken aus Plexiglas, in das künstliche Wellen geschossen werden. Mit dem Laser wird gemessen, wann das Wasser umgelenkt wird. Nach Prag konnte Daniel sein Forschungsobjekt nicht mitnehmen. Es ist zu groß. Also hatte er ein Plakat dabei, das die Juroren überzeugen sollte.

Daniel Pflüger erhielt vor seiner Fahrt zum EUCYS ein Coaching von der Deutschen Forschungsgemeinschaft, das ihn fit für die Präsentation und englischsprachige Diskussionen machen sollte.

Dass der Nachwuchswissenschaftler wirklich liebt, was er tut, verdeutlichen seine Zukunftspläne. Seit einer Woche absolviert Daniel ein Freiwilliges Wissenschaftliches Jahr an der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt in Braunschweig. Danach will er studieren – natürlich Physik. Vielleicht auch Mathematik: „Aber eigentlich glaube ich schon, dass Physik das Richtige für mich ist.“ Da hat er wohl recht.

Ein kurzes Video über Daniel Pflüger und seinen Versuchsaufbau sehen Sie auf der LZ-Facebookseite.