Aktuell
Home | Lokales | Schnelle Hilfe im Wald
3587038.jpg

Schnelle Hilfe im Wald

lz/kre Lüneburg/Oerrel. Motorsägen sind gefährliche Werkzeuge. Schon ein kurzer Augenblick der Unachtsamkeit beim Hantieren mit dem „Fichtenmoped“ kann schlimme Folgen haben. Das wissen auch die Niedersächsischen Landesforsten. Sogenannte Notfall-Treffpunktschilder, die jetzt flächendeckend aufgestellt wurden, sollen verhindern, dass die Retter im Ernstfall kostbare Zeit verlieren, weil sie im Wald erst nach dem Verletzten suchen müssen. An 56 Notfalltreffpunkten des Forstamtes Oerrel haben Forstamtsmitarbeiter in den Landkreisen Uelzen (39), Lüneburg (7), Heidekreis (4) und Lüchow-Dannenberg (6) die rot-weißen Schilder angebracht.

Jedes Schild trägt eine individuelle Bezeichnung, die aus der Buchstabenkombination des zuständigen Landkreises und einer Nummerierung des Punktes besteht. „Um eine schnelle Rettung zu garantieren, können in einem Notfall Forstarbeiter oder Waldbesucher den Einsatzkräften über die Notrufnummer 112 die Treffpunktbezeichnung durchgeben“, erklärt Reiner Baumgart, Pressesprecher der Landesforsten.

„Die zuständigen Rettungsleitstellen verfügen über ausführliches Kartenmaterial in Papierform und in digitaler Form“, fährt Baumgart fort. Anhand der entsprechenden Koordinaten können Notarzt und Rettungsfahrzeug gezielt den Notfall-Treffpunkt anfahren, um dann vom Anrufer weiter zum Unfallopfer geführt zu werden.

Das System hat sich schon bewährt. „Im Harz beispielsweise wurde über dieses Notfallschild für einen Forstwirt, der bei Fällarbeiten verletzt wurde, schnelle Hilfe herbeigeholt“, weiß Baumgart. Jetzt wurden in allen 24 Forstämtern der Landesforsten über 2000 Notfalltreffpunktschilder im einheitlichen Design aufgestellt.

Von diesem System der Notfallrettungspunkte profitieren nicht nur Forstarbeiter, sondern auch Privatleute, die im Wald mit der Kettensäge ihr Brennholz aufarbeiten. Denn passiert ein Unfall, ist es fast unmöglich für den Rettungsdienst, auf Anhieb den Unfallort zu finden.

Daher gilt bei den Landesforsten der Grundsatz: Gefährliche Arbeiten werden stets von mindestens drei Personen ausgeführt. „Wenn einer einen Unfall erleidet, bleibt der Zweite und leistet Erste Hilfe. Der dritte Forstwirt informiert den Rettungsdienst und trifft sich mit den Sanitätern am nächstgelegenen Rettungspunkt und lotst diese dann an den Unfallort“, erklärt Baumgart das korrekte Vorgehen. „So werden Suchfahrten im Wald vermieden und wertvolle Zeit gespart.“

Deshalb der Tipp des Pressesprechers: Wer im Wald unterwegs ist, sollte sich immer die Kennzeichnung auf den Notfall-Schildern merken. Für den Fall der Fälle…