Mittwoch , 28. September 2016
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Händler trommeln auf vielen Kanälen

jj Lüneburg. Die Online-Welt ist eine Welt der Suchenden. Hundert Milliarden Suchanfragen im Monat werden allein beim Platzhirsch „Google“ eingetippt. Und immer mehr kommen über Smartphones bei der Suchmaschine Nr. 1 an. „15 Prozent sind es schon“, sagte Michael Jäschke von Google gestern Morgen auf der 2. Lüneburger „Online-Marketing-Konferenz“ im überfüllten Uni-Hörsaal an der Scharnhorststraße.

Das Treffen mit vielen Referenten spürte aktuelle Marketing-Trends auf. Denn das Klappern gehört auch online zum Handwerk. Und da boten die Referenten viel Tiefenschärfe.

Wer ein Smartphone besitzt, der schaut, statistisch gesehen, am Tag öfter aufs Handy-Display als in die Augen seiner Freundin. 150 Mal. Das Verhalten ruft auch neue Krankheitsphänomene hervor wie „Nomophobia“: Das ist die Angst, das Handy zuhause zu vergessen oder kein Netz zu haben – ausgestoßen aus der Community. Das Kürzel steht für „No-Mobile-Phone-Phobia“.

Wichtiger für den Handel aber ist eine andere Entwicklung: Immer mehr Menschen sind heute mehrfach verknüpft. Sie schauen nicht entweder in die Glotze, auf den Computer, aufs Tablet oder Smartphone, sondern nutzen alle Kanäle parallel: auf der Suche nach Ablenkungen, nach neuen Schuhen, Schnäppchen, Reisezielen und natürlich nach Bewertungen oder dem besten Preis.

Nur Händler, die von der Ladentheke bis aufs Smartphone flexibel präsent sind, haben langfristig eine Zukunft. Wie das geht? Patentrezepte sind rar. Googles Philosophie vermittelte Referent Jäschke gleich mit: Der Kunde ist auch online König, Fehler gehören zum Probieren, Versuch macht klug, schnell ist besser als perfekt. Auf diesem Weg ist Google zum Giganten geworden.

Prof. Dr. Dirk von Schnakenburg brachte das veränderte Kundenverhalten, an dem sich Geschäfte heute messen lassen müssen, so auf den Punkt: Es gab die Nachkriegsgeneration, die 68er, die Generation Golf und heute die Generation 4-Zoll, angelehnt an die Diagonale eines Smartphone-Displays. Von Schnakenburg listet die Gefahren auf, wenn Händler nicht auf vielen Kanälen mit ihrer Produktpalette unterwegs sind.

Dass nicht nur Google, sondern auch lokale Mobil-Angebote attraktiv sein können, unterstreiche die Service-App „LZplus“ aus dem Hause der Landeszeitung, die Nutzer wie Händler unterstütze.

Organisiert wurde die Konferenz unter dem Motto „Theorie trifft auf Praxis im Online-Marketing“ unter der Schirmherrschaft von Prof. Dr. Burkhardt Funk von der Leuphana und der „web-netz GmbH“.