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Sanierung der Hafenbahn

ca Lüneburg. Wie hoch die Kosten liegen werden, ist noch unklar, aber deutlich mehr als 100.000 Euro dürften es sein, die die Hafen GmbH im kommenden Jahr in den Unterhalt ihrer Eisenbahnstrecke stecken muss. Davon geht Geschäftsführer Rainer Müller aus. ,,Da steht eine Grundüberholung an.“ In der vergangenen Woche war ein Güterzug auf dem Weg in den Hafen in Höhe Ebensberg entgleist. Während Gleisbauer vermuten, dass die Ursache dafür in der maroden Strecke liegen könnte, weist Müller diesen Verdacht zurück: Alle zwei, drei Monate gehe ein Gleisläufer die Verbindung ab und schaue nach möglichen Schäden. Alle vier Jahre nehme das Landeseisenbahnamt den Schienenstrang ab — es gab keine Beanstandungen.

Bekanntlich möchten Politik und städtische Gesellschaft den Hafen weiter zu einem Umschlagzentrum ausbauen. Die Idee geistert seit mehr als 20 Jahren durch die Diskussion, Stichwort ist ein Güterverteilzentrum, an dem Schiene, Straße und Wasserstraße, nämlich der Elbe-Seitenkanal, zusammentreffen. Doch der große Wurf, der tatsächlich Güter ins Industriegebiet bringt, ist bislang nicht gelungen. 213.000 Tonnen sind 2011 im Hafen umgeschlagen worden, vergangenes Jahr waren es knapp 40.000 weniger. Müller erklärt das mit der wirtschaftlichen Lage, die auch andere Binnenhäfen getroffen habe.

Analog dazu dümpelt die Hafenbahn vor sich hin: 2011 brachten beziehungsweise holten Züge 18.000 Tonnen in den und aus dem Lüneburger Osten, vergangenes Jahr waren es 7000 weniger. Kostendeckend sei der Betrieb nicht, räumt Müller ein: ,,Wir könnten eine bessere Kostendeckung erreichen.“ So sollen die ,,Nutzungsentgelte“ von derzeit 15 Euro pro Waggon auf 18,50 Euro angehoben werden. Vor allem möchte man neue Kunden gewinnen. Müller erklärt die Zuschüsse, die von die Gesellschaftern fließen, damit, dass die Bahn dem Hafenbetrieb diene. Aktuell werden Baustoffe und Kohle geliefert, auch Stahlschrott und Getreide werden gelöscht. Es gebe Interessenten, die Hafen und Bahn stärker nutzen wollen, sagt Müller: ,,Doch noch ist nichts spruchreif.“

Die Stadt betreibt neben der Hafenbahn noch die Industriebahn, die in die Goseburg und an die Lüner Rennbahn führt. Dort nutzt sie vor allem der Zulieferer der Automobilindus“trie, das Unternehmen Johnson Controls. Diesen Schienenstrang hatte eine städtische Tochtergesellschaft vor neun Jahren sanieren lassen und dafür 673000 Euro berappt.