Dienstag , 27. September 2016
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Der Standort für den geplanten Bestattungswald Heiligenthal bietet Naturidylle pur, das Hasenburger Bachtal steht unter Naturschutz. Foto: uk
Der Standort für den geplanten Bestattungswald Heiligenthal bietet Naturidylle pur, das Hasenburger Bachtal steht unter Naturschutz. Foto: uk

Über allen Wipfeln ist Ruh

uk Reppenstedt/Heiligenthal. Die Bestattungskultur in Deutschland wandelt sich. Zeichen dafür sind die steigende Zahl an Urnenbeisetzungen genauso wie der Wunsch nach neuen Beerdigungsformen. Etwa in der freien Natur unter Bäumen. Diesem Wunsch möchte die Samtgemeinde Gellersen künftig mit der Einrichtung eines Bestattungswaldes in Heiligenthal nachkommen. Der Ausschuss für Feuerschutz, Ordnung und Soziales stellte dafür jetzt die Weichen.

Nach dem 2011 eröffneten Friedwald in Barendorf wäre die Heiligenthaler Waldbegräbnisstätte die zweite ihrer Art im Landkreis Lüneburg. Beteiligt sind neben der Samtgemeinde Gellersen als Träger die Erbengemeinschaft von Möller als Grundeigentümer, die Landwirtschaftskammer Niedersachen und die Firma RuheForst als Betreiber. Die rund zehn Hektar große Laubwaldfläche südlich des Dorfes Heiligenthal habe sich als idealer Standort herauskristallisiert, erklärte Heiner Rupsch, bei der Landwirtschaftskammer zuständig für den Bereich Forstwirtschaft. „Menschen, die sich eine Waldbestattung wünschen, haben eine bestimmte Vorstellung von einem Wald, so Rupsch. Die typischen Hundespaziergangsstrecken kämen nicht in Frage. „Die Ruhe, das Landschaftsbild, die Infrastruktur und der Name Heiligenthal – das alles stimmt hier.“ Der Ruheforst werde nicht eingezäunt und sei weiter für Spaziergänger offen, betonte Rupsch: „Der Wald bleibt Wald.“

Das ist auch deswegen erforderlich, weil die Fläche im Naturschutzgebiet Hasenburger Bachtal liegt. „Das Projekt läuft in enger Abstimmung mit der Naturschutzbehörde und Umweltschutzverbänden“, betonte Samtgemeindebürgermeister Josef Röttgers. Für die Pachtdauer von 99 Jahren sei das Abholzen von Bäumen im Ruheforst untersagt. Neben einer Umweltverträglichkeitsprüfung läuft derzeit das Verfahren für eine Baugenehmigung, damit im Wald ein Andachtsplatz mit Bänken und einem Kreuz errichtet werden kann. Erschlossen werden soll der Ruheforst über einen vorhandenen Wirtschaftsweg, der von der Verbindungsstraße zwischen Heiligenthal und Südergellersen abzweigt. An dessen Ende ist ein Parkstreifen mit zehn Stellplätzen geplant. „Neben den Friedhöfen ist der Ruheforst eine Einrichtung, mit der wir unser Angebot deutlich erweitern können“, sagte Röttgers. Die Einnahmen würden dem Friedhofsbereich zugutekommen: „Ich gehe davon aus, dass das auch zu stabilen Gebühren führt.“ Der Fachausschuss sprach sich für die Vertragsvereinbarung und eine Friedhofssatzung aus, endgültig entscheidet der Samtgemeinderat auf seiner Sitzung am 4. November über das Projekt.