Dienstag , 27. September 2016
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Beinahe vier Monate ist es jetzt schon her, dass das Wasser der Elbe bis auf 9,64 Meter gestiegen war. Normal sind in Lauenburg etwa 4,50 Meter. Foto: tja
Beinahe vier Monate ist es jetzt schon her, dass das Wasser der Elbe bis auf 9,64 Meter gestiegen war. Normal sind in Lauenburg etwa 4,50 Meter. Foto: tja

Die Fluthilfe-Berater kommen

tja Lauenburg. In 70 Gebäuden an der Elbe in Lauenburg hat das Hochwasser des Flusses im Juni Schäden hinterlassen. 460 Bewohner sind betroffen, die Schäden in privaten Haushalten summieren sich auf rund zehn Millionen Euro. Zwar ist klar, dass den Betroffenen 80 Prozent der Schäden ersetzt werden sollen – doch noch immer fehlen die erforderlichen Formulare, um über das Land überhaupt erst Aufbauhilfe beantragen zu können. Die Soforthilfe ist zwar längst ausgezahlt, doch die war bei vielen nur der sprichwörtliche Tropfen auf den heißen Stein. Als „erschreckend“ bezeichnet Lauenburgs Kämmerer Thomas Burmester das, was er gesehen hat: „Ich hätte nie gedacht, dass das Wasser so schwere Schäden hinterlassen hätte.“

Um den Lauenburgern zu helfen, bei der Beantragung der Zuschüsse und möglicher Spenden den Durchblick zu behalten, setzt die Diakonie über die evangelische Gemeinde jetzt drei Fluthilfe-Beraterinnen ein. Ilka Arfert, die als Erzieherin im Hort der Weingartenschule arbeitet, sowie Ursula Strobe und Monika Paasch vom Sozialverband wollen die Betroffenen bei den vielen Anträgen zur Seite stehen. Gestern stellte Pastor Till Karnstädt-Meißner gemeinsam mit Stefan Schröer und Benjamin Gehne von der Katastrophenhilfe der Diakonie das Beraterinnen-Projekt vor. Es wird über Spenden finanziert, die in Schleswig-Holstein über Kollekten gesammelt wurden. Die drei Beraterinnen werden von Haus zu Haus gehen und ihre Hilfe anbieten. Wer sie anfordern möchte, kann das über das Gemeindebüro im Hohlen Weg 2 oder per Telefon unter Tel.: 0 41 53 / 23 82 tun. Auch wer die drei Beraterinnen bei ihrer Arbeit unterstützen möchte, darf sich gerne noch melden. „Wir würden uns über weitere Fluthilfe-Berater freuen“, sagt Karnstädt-Meißner.

Beinahe vier Monate ist es jetzt schon her, dass das Wasser der Elbe bis auf 9,64 Meter gestiegen war. Normal sind in Lauenburg etwa 4,50 Meter, am Mittwoch, 9. Oktober, stand der Pegel bei 4,49.

„Es ist bedauerlich, dass der Wiederaufbauhilfeantrag des Landes noch immer nicht vorliegt. Eigentlich sollte er schon Ende September veröffentlicht werden“, sagt Burmester. Vermutlich liegt die Verzögerung an den vielen beteiligten Behörden des Landes. Burmester: „Viele Betroffene fürchten jetzt den bevorstehenden Winter mit frühem Frost und ein mögliches Frühjahrshochwasser.“ Doch noch immer können sie nicht mit den Instandsetzungsarbeiten beginnen. „Es ist dringend zu empfehlen, erst eine Begutachtung abzuwarten, um beim Wiederaufbau mögliche Fehler, die man abstellen könnte, zu vermeiden, damit bei einem neuerlichen Hochwasser nicht noch einmal diese Schäden auftreten“, rät Schröer. Er arbeitet bei der Diakonie in Magdeburg, dort ist ein zentrales Büro eingerichtet worden. „In anderen Bundesländern sind wir schon weiter als in Schleswig-Holstein“, sagt er. Die Häuser müssten aber ohnehin erst vernünftig austrocknen. Schröer: „Sonst produziert man sich Folgeschäden, etwa Schimmel.“