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Wie kann es weitergehen im Scharnebecker Krankenhaus? Staatssekretär Jörg Röhmann (2.v.r.) diskutiert mit Ferdinand Surmann (r.), dabei sind auch Erster Kreisrat Jürgen Krumböhmer, Landrat Manfred Nahrstedt und Scharnebecks Samtgemeindebürgermeister Laars Gerstenkorn (v.r.). Foto: off
Wie kann es weitergehen im Scharnebecker Krankenhaus? Staatssekretär Jörg Röhmann (2.v.r.) diskutiert mit Ferdinand Surmann (r.), dabei sind auch Erster Kreisrat Jürgen Krumböhmer, Landrat Manfred Nahrstedt und Scharnebecks Samtgemeindebürgermeister Laars Gerstenkorn (v.r.). Foto: off

Lösungssuche im Krankenhaus

off Scharnebeck. Ende August hat Jörg Röhmann es den demonstrierenden Mitarbeitern des Scharnebecker Krankenhauses in Hannover versprochen. Gestern hielt der Staatssekretär aus dem Sozialministerium Wort. Anderthalb Stunden lang sprach er in Scharnebeck zunächst mit dem Klinikteam über die Zukunft der insolventen Einrichtung, diskutierte danach mit dem Scharnebecker Samtgemeindeausschuss über das Thema. Retten konnte Röhmann das Traditions-Krankenhaus damit nicht. Und auch die Hoffnungen der Mitarbeiter nicht erfüllen. Trotzdem zog die Teamleiterin Pflege, Brunhild Peters, ein positives Fazit. „Wir fühlen uns ernst genommen.“ Auch weil sie dem Staatssekretär endlich das Krankenhaus zeigen konnten, für dessen Erhalt das Team auch nach vier Jahren Insolvenz noch mit Herzblut kämpft.

Die Hoffnung der Mitarbeiter: Das Krankenhaus bleibt offiziell Krankenhaus, egal wie. Die Vorstellung des Staatssekretärs hingegen: Aus dem Krankenhaus wird ein Medizinisches Versorgungszentrum (MVZ) in Kooperation mit der Lüneburger Gesundheitsholding. Gespräche mit Oberbürgermeister Ulrich Mädge seien bereits geführt worden (LZ berichtete), Röhmanns Hauptziel dabei: die Übernahme aller Mitarbeiter. „Das ist eine einmalige Chance“, warb der Staatssekretär. Allerdings nicht die, die sich Ärzte und Mitarbeiter des Krankenhauses erhoffen.

Denn klar ist: Wird aus dem Krankenhaus ein MVZ, bleibt das Haus zwar erhalten – doch Operationen dürften nur noch ambulant durchgeführt werden. Und aus dem Krankenhaus würde eine Art Ärztehaus werden. Gleichzeitig könnten die frei werdenden Zimmer genutzt werden, um den Pflegebereich mit aktuell 22 Betten zu vergrößern. Eine Lösung, in der Röhmann Zukunft sieht. Das hieße aber auch: Das Krankenhaus würde aus dem Bedarfsplan des Landes ausscheiden – und Scharnebeck eine mehr als 50-jährige Tradition verlieren.

Um das zu verhindern, sucht auch das Klinikteam nach Lösungen, versucht für die Zukunft zumindest einen kleinen stationären OP-Betrieb aufrecht zu erhalten. Eine Idee: Einige Belegärzte gründen eine eigene Gesellschaft und übernehmen den Betrieb des Krankenhauses. Doch egal wie leidenschaftlich Mediziner und Belegschaft gestern für diese Lösung warben, der Staatssekretär blieb skeptisch. „Die Rahmenbedingungen machen einen Krankenhausbetrieb sehr schwierig“, sagte er. Und deshalb sei seine Priorität die Jobsicherung und die Einrichtung eines MVZ.