Mittwoch , 28. September 2016
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Viele Erstsemesterstudenten haben noch keine Bleibe in Lüneburg gefunden. Stadt und Universität appellieren jetzt an die Bürger.
Viele Erstsemesterstudenten haben noch keine Bleibe in Lüneburg gefunden. Stadt und Universität appellieren jetzt an die Bürger.

Mit Appellen gegen studentische Wohnungsnot

Lüneburg. Ein gemeinsamer Appell an potenzielle Vermieter und solche, die es werden könnten, soll dazu beitragen, die Wohnungssituation für Studierende in Lüneburg zu entkrampfen. Die Spitzen von Hansestadt und Leuphana in Lüneburg, die Studierendenvertreter vom AStA sowie das Studentenwerk OstNiedersachsen und Campus Lüneburg rufen auf, freie Wohnungen und Zimmer zu melden und werben auch für kreative Lösungsvorschläge.

Oberbürgermeister Ulrich Mädge lenkt beim Thema Notunterkünfte den Blick vor allem in Richtung Bund und Land. „Wir hätten hier kein Problem, wenn das Land uns die leerstehenden Container zur Verfügung stellen würde, die bislang von der Castor-Polizei genutzt wurden. Wir hätten auch kein Problem, wenn der Bund uns gestatten würde, Studentinnen und Studenten in einem Kasernenblock unterzubringen. Und zwar kostenfrei für eine Übergangszeit. Es kann doch nicht sein, dass dort Räume einfach leer stehen, hier sehe ich das Land und den Bund in der Pflicht uns zu helfen.“

Daneben begrüßt der Oberbürgermeister Ideen, wie sie jetzt zum Beispiel das Studentenwerk Ost-Niedersachsen koordiniert. Dort können ungenutzte Zimmer und Schlafmöglichkeiten gemeldet werden; auch die Idee „Wohnen gegen Hilfeleistung“, also etwa Babysitterdienste oder Zuarbeit in Haus und Garten, ist dort geboren. Mädge appelliert zudem an Anbieter von Ferienwohnungen, für eine Zwischenvermietung an Erstsemester bis zur Weihnachtssaison nachzudenken. „Speziell den neuen Studentinnen und Studenten in Lüneburg hilft es durchaus weiter, wenn sie für den Übergang ein Quartier haben, sich von dort aus orientieren und mit etwas Ruhe weitersuchen können.“

Vorige Woche (4. Oktober 2013) stellten Studierende der Leuphana und Vertreter des Studentenwerks im Rathaus das Projekt „Zukunfts(t)räume“ vor. Dabei sollen Menschen, die noch ein Sofa frei haben oder gerade auch Senioren mit leerstehenden Zimmern in Haus oder Wohnung Kontakt zu Erstsemestern knüpfen, die noch einen Schlafplatz benötigen. Der Allgemeine Studierendenausschuss (AStA) freut sich ebenfalls über Angebote, mit der die „Bettenbörse“ auf der Internetpräsenz des AStA wieder aufgefüllt werden kann. Sprecher Thorben Peters sagt: „Im Moment haben wir deutlich mehr Nachfrage als Angebote.“ Generell habe der AStA ermittelt, dass die Durchschnittsmiete der Studierenden in Lüneburg bei 313 Euro warm monatlich läge  etwa die Hälfte des Einkommens betrage. Der AStA plädiert daher für eine dauerhafte Lösung und appelliert an die Solidarität aller Lüneburger gegenüber den Wohnungssuchenden.

Kontakte / Ansprechpartner für Zimmer- und Wohnungsangebote
– Projekt „Zukunfts(t)räume“ montags, mittwochs und donnerstags, 16 bis 18 Uhr, per Telefon (04131) 7896331 oder per Mail zuktraum@leuphana.de
– Studentenwerk Ost-Niedersachsen, Angebote bitte einstellen auf der Homepage; www.stw-on.de unter „Suche / Biete“, ganz oben auf der Seite
– Allgemeiner Studierenden-Ausschuss der Universität Lüneburg, Tel. (04131) 6771510 oder Mail buero@asta-lueneburg.de
– Campus Lüneburg, Tel. (04131) 7436371 oder Mail wohnen@campuslueneburg.de