Donnerstag , 29. September 2016
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Linda und Gordon Gerke freuen sich mit ihren Kindern Justus und Phillipa, dass ihr neues Haus samt Garten schon fertig ist. Foto: t&w
Linda und Gordon Gerke freuen sich mit ihren Kindern Justus und Phillipa, dass ihr neues Haus samt Garten schon fertig ist. Foto: t&w

Oedemer Idylle lockt viele Hamburger

mm Lüneburg. Im Oedemer Neubaugebiet Rosenkamp II ist vieles noch nicht fertig. Bei einem Rundgang durch das Quartier spürt man den Baustellencharakter der entstehenden Siedlung. Es gibt noch keine Straßenmarkierungen, kaum Laternen, Bürgersteige fehlen gänzlich. Viele Häuser sind noch im Bau, Gärten erst wenige angelegt. Einige Eigenheime sind aber schon bewohnt, die Neubürger freuen sich, dass sie das Gros der Bauarbeiten hinter sich haben. Die LZ hat einen Streifzug durch das Viertel gemacht.

Familie Gerke gehört zu den Siedlern der ersten Stunde. Im Dezember vorigen Jahres war ihr Haus bezugsfertig, im Juli 2012 hatten sie mit dem Bau begonnen. Linda und Gordon Gerke zogen mit ihren Kindern Philippa und Justus von Lüdersburg an den Lüneburger Stadtrand nach Oedeme. Eigentlich wollten sie nicht neu bauen, aber als sie das erste Mal durch den Rosenkamp gefahren sind, sei ihnen klar gewesen: Wenn überhaupt, dann hier.

Gordon Gerke arbeitet in Hamburg, pendelt täglich zwischen den Hansestädten. Jeden Morgen geht es mit dem Faltrad zum Bahnhof. „Früher waren wir immer auf das Auto angewiesen“, erzählt er. Er empfinde es nun als Wohltat, dass er es nicht ständig bewegen müsse. Für die Familie sei die Lage in Oedeme perfekt. Der Kindergarten liegt um die Ecke, zur Innenstadt gibt es eine gute Busanbindung und Einkaufsmöglichkeiten in Garbersbau-Center in unmittelbarer Nähe.

Genauso sehen das die Rolfes. Sie schätzen den Rosenkamp besonders als familienfreundliche Gegend. „Hauptsache, der Hund kann laufen und die Kinder können toben“, sagt Vater Arndt. Über die Kinder Rufus und Tabea kämen er und seine Frau auch schnell in Kontakt mit den neuen Nachbarn. Dabei fiel Mutter Karoline auf: „Irgendwie bilden die Zugezogenen eine Gruppe, die Lüneburger bleiben eher unter sich.“

Familie Rolfes gehört zu den Zugezogenen. Sie kommt aus Hamburg-Altona. Statt wildem Nachtleben gebe es nun „Feld, Grün und Stadt in einem. Das ist toll“, freuen sie sich. Bevor sie sich entschieden hätten, im Rosenkamp zu bauen, habe es durchaus noch andere Optionen gegeben. Das Rennen aber machte Oedeme. „Wir waren da ganz frei in unserer Entscheidung“, berichtet Arndt Rolfes, denn er arbeite von Zuhause aus. Auch seine Frau sei als Erzieherin nicht an einen Ort gebunden. „Es fühlt sich im Moment gut an, hier zu sein“, sagt sie. Einzig daran, dass es um die Ecke nur einen Bäcker, wenige kleine Läden und keinen Spätkauf gäbe, müsse sich die Familie erst gewöhnen.

Im Gegensatz zu den Familien Gerke und Rolfes wird bei Marlen und Joachim True noch großflächig gebaut. Die Auffahrt und der Weg zum Haus sind fast fertig gepflastert, drumherum muss nun der Boden aufgelockert werden, erklärt Joachim True. Der 37-Jährige ist Ingenieur und packt beim Pflastern, Auflockern und Buddeln selbst mit an. An diesem Wochenende hat er mit dem reichlich gefallenen Regenwasser zu kämpfen, das auf dem verdichteten Boden eine große, bedrohlich steigende Lache bildet.

Seine Frau ist Lehrerin, beide haben vor einem Jahr angefangen zu bauen. Vorher hätten sie in einer Wohnung gelebt. Doch das Paar blickt voraus: Der Kinderwunsch sei da, sagt Joachim True. Jetzt habe man schon mal vergrößert. Das Haus steht auf einem 890 Quadratmeter großen Grundstück, damit gehört es zu den größeren der insgesamt 56 im Rosenkamp II. „Wenn hier alles fertig ist, fehlt nur noch die asphaltierte Straße“, sagt Häuslebauer True. Im Frühjahr 2014 soll es soweit sein. Dann kommen auch die Bürgersteige und weitere Straßenlaternen.