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Ortsausgang Erbstorf in Richtung Scharnebeck: Seit einigen Tagen sollen dort weiße, offene Holzwände links und rechts der Straße die Verkehrsteilnehmer dazu bringen, ihr Tempo zu drosseln. Foto: be
Ortsausgang Erbstorf in Richtung Scharnebeck: Seit einigen Tagen sollen dort weiße, offene Holzwände links und rechts der Straße die Verkehrsteilnehmer dazu bringen, ihr Tempo zu drosseln. Foto: be

Langsamer durch Adendorf

pet Adendorf. An den Ortseingängen in Erbstorf, im Zuge der Erbstorfer Landstraße, wird sich in den letzten Tagen so mancher Kraftfahrer verwundert die Augen gerieben haben: Weiß gestrichene, offene Holzwände, links und rechts der Straße, engen die Fahrbahn optisch ein. „In Dänemark ist das oft zu sehen“, sagt Adendorfs Bürgermeister Thomas Maack, der überzeugt ist von der psychologischen Wirkung der Gatter. Die sollen Verkehrsteilnehmer veranlassen, ihr Tempo zu drosseln – eine von mehreren Maßnahmen in Adendorf mit diesem Ziel.

„Gerade in diesem Bereich haben sich Anwohner in den letzten Jahren oft beschwert, dass der Durchgangsverkehr zu schnell unterwegs und dass es zu laut ist“, sagt Thomas Maack. Nachdem die Idee, einen Kreisverkehr an der Einmündung in die Dorfstraße zu installieren vom Tisch war und auch eine Verschwenkung der Straße zur Temporeduzierung aus Kostengründen verworfen wurde, „haben wir über Maßnahmen nachgedacht, die ohne große Kosten durchführbar sind“.

Das, was jetzt in Erbstorf zu sehen ist, sei in enger Absprache mit der Polizei und auch mit dem Landkreis Lüneburg eingerichtet worden – die Erbstorfer Landstraße ist nämlich gleichzeitig eine Kreisstraße. Die Maßnahme gilt als Modellprojekt und soll über drei Jahre laufen.

Dem Aufbau der Holzwände in Erbstorf ging eine vierwöchige Messung der gefahrenen Geschwindigkeiten voraus. In zwei Wochen sollen nun „Dialog-Displays“ installiert werden, die Kraftfahrer auf das Tempolimit hinweisen, korrekte Fahrer mit einem (grünen) „Danke!“ belohnen, Schnellfahrer mit einem (roten) „Langsam!“ mahnen. Weiter soll der Bauhof den Bereich durch Pflanzmaßnahmen verschönern. Sind alle Maßnahmen fertig, soll wieder die gefahrene Geschwindigkeit gemessen werden. Maack: „Die Displays haben außerdem noch eine Zusatzfunktion, können mit Warnungen wie ,Eisglätte‘ oder dem Hinweis auf Veranstaltungen ergänzt werden“.

Zu schnell ging es vielen auch am Kirchweg, im Bereich des Adolph-Holm-Kindergartens, zu. Im Frühsommer hatte die Gemeinde dort zunächst vier Wochen lang die Geschwindigkeit gemessen. Anfang Juli wurden dann in der Tempo-30-Zone „Dialog-Displays“ installiert. Seit drei Wochen – und noch bis zur nächsten Woche wird jetzt wieder gemessen.

Und mit dem bisherigen Ergebnis ist Bürgermeister Thomas Maack zufrieden: Vor Aufstellung des Displays fuhren in dem Bereich 85 Prozent der Verkehrsteilnehmer 47 km/h oder weniger – zurzeit fahren 85 Prozent der Verkehrsteilnehmer 43 km/h oder langsamer. „Immerhin fünf Stundenkilometer weniger“, sagt Maack, „und jeder Stundenkilometer, der dort langsamer gefahren wird, bringt etwas.“