Mittwoch , 28. September 2016
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Auch die bemalten Heidschnucken-Figuren sind vom Gartenschaugelände in ihre Heimat zurückgekehrt. Während der Ausstellung waren sie der Hingucker bei der Präsentation des Naturparks. Foto: igs2013 / j. arlt
Auch die bemalten Heidschnucken-Figuren sind vom Gartenschaugelände in ihre Heimat zurückgekehrt. Während der Ausstellung waren sie der Hingucker bei der Präsentation des Naturparks. Foto: igs2013 / j. arlt

Naturpark räumt in Wilhelmsburg auf

dth Winsen/Wilhelmsburg. Rund 1000 Quadratmeter Heidefläche wären kurzfristig umstandshalber noch abzugeben. Denn auch der Verein Naturpark Lüneburger Heide hat jetzt seine Ausstellungsfläche auf der Internationalen Gartenschau (igs) in Hamburg-Wilhelmsburg geräumt. Was bleibt, ist die lila Ausstellungshütte mit barrierefreier Rampe, die künftig als Schrebergartenlaube eine neue Bestimmung erhalten soll.

Von den einst aufwändig verlegten 2500 Quadratmetern Heidefläche hat sich laut Naturpark-Geschäftsführerin Hilke Feddersen bereits ein Golfplatzbetreiber rund die Hälfte gesichert. Sollte sich für die restliche Heide niemand finden, soll sie umgepflügt werden, um Platz für die dortige Schrebergartenkolonie zu schaffen.

Ein halbes Jahr lang präsentierte sich die Lüneburger Heide als eine von fünf Kulturlandschaften bei der „igs“ auf der Hamburger Flussinsel. Dafür hatte im Frühjahr vergangenen Jahres eine Spezialfirma die Heide großflächig dorthin umgepflanzt und eine kleine Heidelandschaft mit Kiefern und Wacholdersträuchern geschaffen (LZ berichtete).

Und bis auf die Heide und die lila Hütte ist bereits alles wieder abgeräumt, seitdem die „igs“ am Wochenende ihre Pforten geschlossen hat. Feddersen sagt: „Die historischen Bienenzäune sind zurück an den Eigentümer nach Schätzendorf gegangen. Die Sitzbänke werden ihren Platz am Qualitätswanderweg Heidschnuckenweg finden, und die bemalten Heidschnucken-Figuren wurden auf die beteiligten Landkreise verteilt.“ So steht etwa die im Gestaltungswettberb zweitplatzierte Schnucke „Huberta“ wieder im Kindergarten Reppenstedt und andere schmücken vorübergehend beispielsweise das Foyer des Harburger Kreishauses in Winsen.

Da die igs-Ausstellungsfläche der „Kulturlandschaften“ wieder zu Schrebergärten werden soll, geht Feddersen davon aus, dass andere Überbleibsel wie die Feldsteinmauer dankbare Nachnutzer unter den Wilhelmsburger Laubenpiepern finden werden. Wer unterdessen als Großabnehmer Verwendung für die übrigen rund 1000 Quadratmeter Heidefläche hat, wendet sich an Hilke Feddersen unter Tel.: 0 41 71 / 69 34 12. Kostenlos wird die Heide allerdings nicht zu haben sein, da die Firma R.-P. Meyer-Luhdorf sie im Rahmen des Rückbaus professionell abtragen müsste.

Während sich die igs-Organisatoren der öffentlichen Kritik wegen Besuchermangels und Millionen-Defizits stellen müssen, freut sich hingegen Feddersen vom Naturpark über eine gelungene Zeit: „Wir können uns nicht an den Litaneien beteiligen. Wir hatten 171 spannende und aufregende Tage mit mehr als 40 Gruppen und insgesamt rund 450 Akteuren von Tanzgruppen über Naturschutzinitiativen bis hin zu Kinderchören aus der Lüneburger Heide, die unsere Region vor einem großen Publikum positiv präsentiert haben.“