Donnerstag , 29. September 2016
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Bjarne verbringt gerne Zeit mit seiner Wunschpatin Christa Zimmermann - und die mit ihm. Die Rentnerin und der Fünfjährige haben über ein Projekt der Caritas Kontakt gefunden. Die Verbindung macht Jung und Alt Spaß.
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Bjarne verbringt gerne Zeit mit seiner Wunschpatin Christa Zimmermann - und die mit ihm. Die Rentnerin und der Fünfjährige haben über ein Projekt der Caritas Kontakt gefunden. Die Verbindung macht Jung und Alt Spaß. Foto: be

Eine Patin auf Wunsch

mm Lüneburg. Das Faible Christa Zimmermanns fürs Klavierspielen hat schon auf ihr Wunschpatenkind Bjarne abgefärbt. Sie „hauen gerne zusammen in die Tasten“ erzählt die 64-Jährige. Sie ist die Wunschpatin von Familie Sagner-Kneesch. Der fünfjährige Bjarne ist mit seiner Mutter Marika bei seiner Patin zu Besuch. Was er denn am liebsten mit Tini – so nennt Bjarne seine Patin – mache? „Spielen!“, lautet die klare Antwort. Bjarne hat auch schon Bilder für seine Wunschpatin gemalt. Die hängen ganz prominent platziert bei den Zimmermanns im Hausflur.

Das Projekt Wunschpaten wird organisiert vom Caritas-Verband Lüneburg. Angelehnt ist es an die Aktion der Wunschgroßeltern. „Die Resonanz war nicht ganz so, wie wir sie uns vorgestellt haben“, sagt Claudia Kuchler, Mitarbeiterin der Caritas und Leiterin des Mehrgenerationenhauses auf dem Bockelsberg. Jetzt hätten sich auch jüngere Menschen gemeldet. Die Ehrenamtlichen vermitteln zwischen interessierten Paten und Familien. Ziel sei es, eine langfristige Beziehung zwischen Familien und Paten aufzubauen. Wie oft sie sich träfen, bleibe ihnen überlassen, aber alle zwei Wochen sollte es schon sein, sagt Claudia Kuchler. Familien und Paten sollten einfach von dem Miteinander profitieren.

Bjarne und Christa Zimmermann treffen sich öfter als nur einmal alle zwei Wochen. Das liegt auch daran, weil sie sich so gut verstehen. Mit Christa Zimmermann könne Bjarne allen möglichen Quatsch machen, verrät seine Mutter. Es komme vor, dass die beiden nur etwas zu zweit machten. Dann toben sie auf dem Spielplatz oder gehen im nahegelegenen Wäldchen Ziegen füttern. Daheim wird gespielt. „Am liebsten würden wir den ganzen Tag nur spielen“, berichtet Zimmermann. Bjarne nickt eifrig. Auch jetzt liegen wieder haufenweise Spiele auf dem Tisch und Bücher zum Vorlesen. Christa Zimmermann und ihr Mann Günther waren bei Bjarnes fünftem Geburstag zum Grillen eingeladen: „Darüber haben wir uns sehr gefreut“, berichtet Christa Zimmermann.

Bjarnes Familie und die Zimmermanns unternehmen auch viel gemeinsam. Picknicken, auf den Wasserturm klettern oder ein Ausflug zum Schiffshebewerk – ihnen wird nie langweilig.

Seit einem Jahr kennen sie sich nun. Sie leben zwar auch in ummittelbarer Nachbarschaft, aber der Kontakt kam über das Wunschpaten-Projekt zustande. Der Caritas-Verband vermittelt nach einem Kennenlernen die Paten den Wünschen der Familien entsprechend. Die Altersspanne für Patenkinder beginnt bei Neugeborenen und endet bei 17-Jährigen. Zurzeit freuen sich acht Familien über ihren Wunschpaten.

Aber es werden noch Paten gesucht. Interessierte können zur offenen Sprech- und Beratungsstunde jeden Donnerstagnachmittag in das Geschwister-Scholl-Haus an der Carl-von-Ossietzky-Straße kommen.

Christa Zimmermann hat selbst zwei Töchter. Die sind aber schon erwachsen und länger aus dem Haus. „Ich habe mir wieder Kinder um mich herum gewünscht“, sagt die Rentnerin. Nun freue sie sich, Bjarne beim Aufwachsen mitzuerleben. Für die berufstätige Marika Sagner-Kneesch und deren Mann kann das schon mal eine Entlastung sein. Aber darum gehe es nicht, sagt die Mutter. Die Großeltern von Bjarne leben nicht in Lüneburg, sondern zwei Autostunden entfernt. Es sei doch schön, wenn Bjarne noch eine Bezugsperson habe. Für Bjarne scheint Patin Christa Zimmermann genau die Richtige zu sein.

Wer sich ebenfalls für einen Patenjob berufen fühlt, kann zum Info-Abend ins Geschwister-Scholl-Haus kommen. Der beginnt am Dienstag, 22. Oktober, um 19 Uhr.