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Vier Wochen nach der Flut herrscht Leere an der Bleckeder Elbstraße. Mit den Umsatzverlusten aus dieser Zeit kämpfen viele Betriebe bis heute. Foto: A/off
Vier Wochen nach der Flut herrscht Leere an der Bleckeder Elbstraße. Mit den Umsatzverlusten aus dieser Zeit kämpfen viele Betriebe bis heute. Foto: A/off

Allein nach der Flut

off Lüneburg. Abgesetzt haben sie den Hilferuf bereits wenige Wochen nach dem Elbehochwasser. In einem gemeinsamen Appell wandten sich die Landkreise Lüneburg und Lüchow-Dannenberg, die Industrie- und Handelskammer (IHK) Lüneburg-Wolfsburg sowie die Flusslandschaft Elbe GmbH und die Elbtalaue-Wendland Touristik GmbH ans Wirtschaftsministerium in Hannover, ihre Bitte: Geld für zusätzliche Marketingmaßnahmen, um zu retten, was von der verkorksten Tourismus-Saison noch zu retten ist. Was daraus geworden ist, war bisher offen. Doch jetzt meldet sich die CDU-Landtagsabgeordnete Karin Bertholdes-Sandrock aus Lüchow zu Wort und wirft der Landesregierung vor: Rot-Grün lässt die touristischen Betriebe entlang der Elbe mit ihren Problemen im Stich.

Wie berichtet sind die Umsätze in vielen touristischen Betrieben nach der Flut massiv eingebrochen, belastbare Zahlen liegen bisher allerdings nicht vor. Kurz nach der Flut schätzte der Geschäftsführer der Flusslandschaft Elbe GmbH, Jens Kowald, die Einbußen in den vier Wochen nach dem Hochwasser auf mindestens 60 Prozent, Bertholdes-Sandrock spricht in ihrer kleinen Anfrage an die Landesregierung sogar von 80 Prozent. Konkret wollte sie wissen, wie Rot-Grün mit den „durch ausbleibende Touristen geschädigten Gastronomie- und Übernachtungsbetrieben umgeht“. Die Antwort umfasst zwei DIN-A4-Seiten – und ist zumindest für die Oppositionspolitikerin unbefriedigend.

Dabei war die Landesregierung nach dem Hilferuf aus der Region nicht untätig. Im Antwortschreiben heißt es: „Die TourismusMarketing Niedersachsen hat die Region bereits durch Marketingaktivitäten wie die Herausgabe eines Newsletters und durch Beteiligung an einer Kampagne für das Auslandsmarketing der Deutschen Zentrale für Tourismus ‚We are open‘ unterstützt.“ Für das Frühjahr 2014 seien außerdem mit der Region „Maßnahmen zur Marketingunterstützung des Elberadweges“ verabredet worden. „Nur ein Tropfen auf den heißen Stein“, kritisiert Bertholdes-Sandrock. Denn selbst einige Buchungen mehr 2014, „können die derzeitigen Ausfälle nicht wettmachen“.

Doch Geld zum Ausgleich der Verluste wird aus Hannover nicht fließen, eine Erstattung aus dem nationalen Aufbaufonds „Aufbauhilfe“ ist laut Landesregierung „beihilferechtlich nicht zulässig“. Dabei ist Bertholdes-Sandrock überzeugt: „Einen so massiven Rückgang können die Betriebe nicht allein abfedern.“ Dafür braucht es wesentlich mehr als Hilfe bei der Vermarktung.

Enttäuscht ist auch Lüneburgs Landrat Manfred Nahrstedt (SPD), dass der Aufbauhilfefonds keine Mittel für wirtschaftliche Einbußen durch Übernachtungs-Stornierungen enthält. Gleichzeitig begrüßt er aber, „dass die Landesregierung für 2014 zusätzliche Mittel für Marketing-Maßnahmen zur Stärkung der Elberegion angekündigt hat“. Und damit den Hilferuf erhört hat.