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Die Polizei sucht nacht dem vermissten Anton Koschuh. Foto: Polizei
Die Polizei sucht nacht dem vermissten Anton Koschuh. Foto: Polizei

Spurensuche im Wald

ca Unterlüß. Mit sechs Spürhunden suchte die Polizei am Freitag, 18. Oktober, weiter nach Hinweisen auf den seit einem Vierteljahr vermissten Anton Koschuh aus Graz. Nahe des mehrere Meter hohen Bahndamms bei Unterlüß, einem Dorf zwischen Uelzen und Celle, fanden die Beamten unter anderem das Handy und den Laptop des Österreichers. Der Fundort liegt in dem Bereich, in dem schon vor einigen Tagen ein Bahnarbeiter bei einem routinemäßigen Kontrollgang den Rucksack des 43-Jährigen mit dessen Reisepass entdeckt hatte. Bei einer erneuten Suche hatte die Polizei am Donnerstag im an das Gleis der Strecke Hamburg-Hannover angrenzenden Wald Knochenteile gefunden, vermutlich menschliche.

Nicole Winterbur, Sprecherin der zuständigen Polizeiinspektion Lüneburg, sagte, die Wahrscheinlichkeit, dass die beiden Knochen von einem Menschen stammen, sei hoch. Die Rechtsmedizin in Hamburg untersuche sie nun auch auf DNA-Spuren, um bei einem genetischen Abgleich zu klären, ob eine Übereinstimmung mit Koschuh besteht. In Zusammenarbeit mit der österreichischen Polizei klären die Ermittler, warum der Landschaftsplaner möglicherweise verschwand. Der hatte im Sommer auf Einladung einer Firma die Internationale Gartenausstellung in Hamburg besucht. Dort war er mit einem Freund gewesen. Als es zurückgehen sollte, soll Koschuh seinen verblüfften Begleiter in der S-Bahn alleingelassen haben: Er fliege nicht, sondern nehme die Bahn. Obwohl er ein gebuchtes Ticket für das Flugzeug in der Tasche hatte, soll er sich eine Bahnkarte gekauft haben.

Medien spekulieren inzwischen über Gründe des Verschwindens: War es ein Verbrechen? War es ein Ausbrechen aus alten Wegen, eventuell wegen einer enttäuschten Liebe? Koschuh soll sich in der Vergangenheit schon einmal überraschend für eine lange Wanderung eine ,,Auszeit genommen“ haben. Offiziell heißt es dazu von der Polizei: ,,Wir ermitteln in alle Richtungen.“ Doch intern sollen die Beamten auch da“rüber nachdenken, ob Koschuh bei einem Unfall umgekommen sein könnte, indem er aus dem Zug fiel. Auch ein Suizid wird nicht ausgeschlossen. Die Ermittlungen dauern an.