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In der Samtgemeinde Amelinghausen zogen jüngst Bürgermeister, Verwaltungsvertreter und Netzbetreiber an einem Strang, um in den Gemeinden Rehlingen und Oldendorf/Luhe mit eigenen Mitteln flächig Glasfasernetze aufzubauen. Ein Weg, den auf Landkreisebene auch der Kreis Wolfenbüttel geht. F.: A/t&w
In der Samtgemeinde Amelinghausen zogen jüngst Bürgermeister, Verwaltungsvertreter und Netzbetreiber an einem Strang, um in den Gemeinden Rehlingen und Oldendorf/Luhe mit eigenen Mitteln flächig Glasfasernetze aufzubauen. Ein Weg, den auf Landkreisebene auch der Kreis Wolfenbüttel geht. F.: A/t&w

Stadt, Land, Breitband

dth Bienenbüttel/Lüneburg. Überdurchschnittlich viele Bienenbüttler haben sich an der jetzt zu Ende gehenden Breitband-Befragung des Landkreises Uelzen beteiligt: Von kreisweit rund 2200 abgegebenen Fragebögen kommt ungefähr ein Viertel allein aus Bienenbüttel, was den Bedarf der Gemeinde nach schnellen Internetzugängen zeigt, sagt Uelzens Kreissprecher Martin Theine. Es ist ein weiterer Schritt bei der Planung eines kreisweiten Glasfasernetzes mit Internetverbindungsgeschwindigkeiten von mindestens 25 MBit pro Sekunde. Bis Ende des Jahres soll das fertige Konzept im Nachbarkreis vorliegen. Damit sind die Uelzener einen Schritt schneller als der Kreis Lüneburg, der bis Ende des Jahres zunächst eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben hat und sich im ersten Quartal 2014 an die Erarbeitung eines Konzeptes zur Umsetzung machen will.

Als landesweites Pilotprojekt für den kreisweiten Ausbau von Glasfasernetzen gilt der Landkreis Wolfenbüttel südlich von Braunschweig, sagt Peer Beyersdorff, Geschäftsführer des „Breitband Kompetenz Zentrums Niedersachsen“, das auch die Kreise Lüneburg und Uelzen berät, die ebenfalls zu den Vorreitern zählen. Doch andere Landkreise, derzeit rund ein Dutzend, ziehen bereits nach: Im Sommer stellte das Niedersächsische Wirtschaftsministerium ein Budget von 800.000 Euro aus der auslaufenden EU-Regionalförderung bereit, um weitere Landkreise und kreisfreie Städte bei der Planung eines Breitbandnetzes zu unterstützen.

So rechnete zuletzt auch der Landkreis Lüneburg bei 130.000 Euro Gesamtkosten für die Machbarkeitsstudie bereits mit einem Zuschuss der landeseigenen NBank in Höhe von 65.000 Euro. Dass die Kreise Uelzen und Lüneburg mit ihren Konzepten bereits einen Schritt weiter sind als andere, könne sich bei der Umsetzung noch als Vorteil erweisen, vermutet Beyersdorff vom „Breitband Kompetenz Zentrum“. Denn: „Solange die Nachfrage für die notwendigen Tiefbauarbeiten noch niedrig ist, könnten die Preise dafür noch relativ günstig ausfallen.“ Nicht ums Windhundprinzip gehe es hingegen beim neuen 60 Millionen Euro schweren Fördertopf, den Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD) in der neuen EU-Förderperiode anzapfen will. Lüneburgs Landrat Manfred Nahrstedt sagt: „Wenn wir an diesen Topf heranwollen, brauchen wir ein schlüssiges Konzept.“ Das soll im Kreis Lüneburg Anfang 2014 anhand der Studie mit den Kommunen erarbeitet werden.

Dass sich unterdessen im Kreis Uelzen die Bienenbütteler so stark bei der Breitbandumfrage zu Wort gemeldet haben, liegt auch daran, dass Bürgermeister Merlin Franke stark die Werbetrommel gerührt hat, und zwar ganz analog per Postwurfsendung. Franke: „Wir wollen unsere Bürger nicht nur befragen, sondern auch weiter an dem Prozess beteiligen.“ Deshalb findet in der Markthalle Bienenbüttel am Donnerstag, 24. Oktober, um 20 Uhr eine Veranstaltung statt, bei der die Wirtschaftsförderung Uelzen über die Breitbandstrategie des Kreises informiert. Die kreisweiten Umfrageergebnisse sollen im November bekannt gegeben werden. Laut Kreissprecher Theine haben „Nachzügler noch wenige Tage Zeit, den Fragebogen online auszufüllen“, unter www.uelzen.de.