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Die Kinder können die klingende Box selbst gestalten, unter anderem mit Liedaufnahmen und mit Videos. Foto: nh
Die Kinder können die klingende Box selbst gestalten, unter anderem mit Liedaufnahmen und mit Videos. Foto: nh

Klingende Box als Brücke zur Heimat

lz Lüneburg. Die Arbeit des Humanisten Johann Gottfried Herder (1744-1803), der Lieder und Texte aus ganz Europa sammelte, gab den Anstoß für ein Projekt des Ostpreußischen Landesmuseums, an dem bereits seit Mitte August 30 Kinder im Alter zwischen sechs und neun Jahren aus der Awo-Kindertagesstätte und der Kindertafel ihre Freude haben: „Die klingende Box – Brücke zu meiner Heimat“.

Beim Förderprogramm des Bundesministeriums für Bildung und Forschung unter dem Titel „Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung“ erhielt das Landesmuseum das Geld für die außerschulische Maßnahme unter dem Motto „MuseobilBOX – Museum zum Selbermachen“. Das Programm richtet sich speziell an Kinder und Jugendliche, die erschwerten Zugang zur kulturellen Bildung haben. Der Bundesverband Museumspädagogik animierte die Museen zum Mitmachen. Nach einem strengen Bewerbungsverfahren wurden bundesweit erstmals 47 Maßnahmen bewilligt. Jedes Museum musste sich dafür zwei außerschulische Kooperationspartner suchen. Insgesamt profitieren in diesem Jahr 800 Kinder und Jugendliche von diesen Kooperationsprojekten. Sie werden 650 Museums-Boxen gestalten. Und es geht weiter: Bis zu zehn Millionen Euro Fördergelder stehen dem Verband für die kommenden fünf Jahre insgesamt zur Verfügung.

Bis Ende 2013 arbeitet das Ostpreußische Landesmuseum mit den Kooperationspartnern – Awo-Kindertagesstätte und Kindertafel – zusammen. Kinder und Eltern entdecken verschiedene Lieder ihrer Herkunftsländer, die sie mit einer Musikpädagogin einüben und gemeinsam singen. Der Prozess wird von den Kindern mit selbst gewählten Mitteln (Collagen/Video/Foto/MP3-Player) dokumentiert und in der Ausstellung „Die klingende Box – Brücke zu meiner Heimat“ dargestellt. Ein abschließendes internationales Singfest am Sonntag, 24. November, um 15 Uhr mit gleichzeitiger Eröffnung der Ausstellung im Foyer des Ostpreußischen Landesmuseums rundet das Projekt ab. Der Hintergrund: Kultur und nationale Identität sind zwei Themenfelder, die eng miteinander zusammenhängen. Wie Musik und Sprache zur Verständigung und Identitätsfindung beitragen – diese Frage stellte sich schon im 18. Jahrhundert der bedeutende aus Ostpreußen stammende Gelehrte und Humanist Johann Gottfried Herder, der in der Dauerausstellung des Ostpreußischen Landesmuseums seine gebührende Beachtung findet. Er sammelte Lieder und Texte aus ganz Europa. Die erste Fassung seiner Liedsammlung erschien 1778/79 unter dem Namen „Volkslieder“.