Donnerstag , 8. Dezember 2016
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Eckhard Pols erlebt im 18. Deutschen Bundestag seine zweite Legislaturperiode, Hiltrud Lotze (M.) und Julia Verlinden sind neu im Parlament. Bei der nächsten Sitzung wählen auch die drei Lüneburger den/die neue/n Bundeskanzler/in. Fotos: A/t&w (2), nh
Eckhard Pols erlebt im 18. Deutschen Bundestag seine zweite Legislaturperiode, Hiltrud Lotze (M.) und Julia Verlinden sind neu im Parlament. Bei der nächsten Sitzung wählen auch die drei Lüneburger den/die neue/n Bundeskanzler/in. Fotos: A/t&w (2), nh

Das gute Gefühl großer Verantwortung

pet Lüneburg. Auf dem linken Flügel nahm Eckhard Pols von der CDU Platz. Gegenüber, auf der rechten Seite des Plenarsaals, erlebte Hiltrud Lotze als frischgebackene Abgeordnete für die SPD ihre Bundestagspremiere. Zwischen den beiden großen Fraktionen sind die Grünen platziert, für die Julia Verlinden ebenfalls ihre erste Parlamentssitzung als Abgeordnete mitmachte. Wie ihre 628 Kollegen wählten auch die drei Lüneburger Abgeordneten im 18. Deutschen Bundestag am Dienstag ihren Präsidenten und die Vizepräsidenten, entschieden über die künftige Geschäftsordnung und sangen zum Abschluss der Sitzung („Tagesordnungspunkt 7“) die Nationalhymne – nach dem ersten Tag im neuen Parlament sind alle drei mittlerweile wieder in Lüneburg.

Es war Punkt elf Uhr, als Alterspräsident Heinz Riesenhuber (CDU) die Sitzung im Reichstag eröffnete. „Wie 2009, als er auch schon Alterspräsident war“, sagt Pols, der auch damals dabei war. „Natürlich war es jetzt ein ganz anderes Gefühl als bei meiner ersten Eröffnungssitzung vor vier Jahren. Aber das gute Gefühl, auch weiterhin für 80 Millionen Menschen und darüber hinaus mitverantwortlich zu sein, das ist geblieben.“

Der „alte Hase“ Pols hat es in diesen Tagen etwas leichter als seine neuen Kolleginnen Lotze und Verlinden. Während die beiden eine Wohnung suchten oder noch suchen und sie neue Büros beziehen müssen – beide sind im Jakob-Kaiser-Haus untergebracht, bewegt sich Pols in gewohnter Umgebung.

Auch wenn er sein Büro gern aus der Wilhelmstraße 16 ins Paul-Löbe-Haus verlegen möchte. „Ein bisschen enger“ sitze man jetzt im Fraktionssaal der CDU/CSU zusammen, so Pols – kein Wunder, hat sich seine Fraktion doch von 239 auf 311 Abgeordnete vergrößert.

Eine von 15 unter den 63 Abgeordneten der Grünen, die zum ersten Mal einen Sitz im Bundestag gewonnen haben, ist Julia Verlinden. „Von Besuchen kannte ich den Bundestag natürlich schon“, sagt sie. „Aber es ist doch etwas anderes, auf einem Abgeordnetenstuhl zu sitzen und zu wissen, welch große Verantwortung man hat.“ Vier Stunden dauerte Verlindens erste Bundestagssitzung, gestern Abend hatte sie schon wieder einen Termin an der Basis – Kreisparteitag.

Hiltrud Lotze (SPD) hatte schon 2009 vergeblich um den Einzug in den Bundestag gekämpft, beim zweiten Versuch schaffte sie es hauchdünn über die Landesliste und erfuhr davon sogar erst am Montagfrüh nach der Wahl. „Natürlich ist das sehr beeindruckend, wenn man da im Plenum Platz nehmen kann. Zumal am Dienstag alle Abgeordneten anwesend waren, was es ja auch nicht so oft geben soll“, sagt Lotze, die eine von 86 Neulingen in der SPD-Fraktion ist.

Einen Vorgeschmack auf das Abstimmungsverhalten in einer möglichen großen Koalition ergab am Dienstag die Entscheidung, ob künftig sechs statt bisher fünf Vizepräsidenten den Bundestagspräsidenten Norbert Lammert (CDU) unterstützen sollen, worauf sich im Vorfeld die Spitzen von CDU/CSU und SPD schon verständigt hatten.

Während die Erweiterung für Pols angesichts der Belastung der Vizepräsidenten „Sinn macht“, steht Verlinden der neuen Konstellation des Bundestagspräsidiums „sehr kritisch“ gegenüber.

Lotze wiederum findet, dass „die Neuregelung die Größe der Fraktionen besser widerspiegelt“.