Aktuell
Home | Lokales | Lüneburg erhält Regionalbeauftragten
Das Podium in der Ritterakademie (v.l.:): Lothar Geißler (IHK Stade), Siegfried Ziegert (ARTIE), Staatssekretärin Birgit Honé (Staatskanzlei), Oberbürgermeister Ulrich Mädge und Karl Reinhold Mai, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Lüneburg. Foto: t & w
Das Podium in der Ritterakademie (v.l.:): Lothar Geißler (IHK Stade), Siegfried Ziegert (ARTIE), Staatssekretärin Birgit Honé (Staatskanzlei), Oberbürgermeister Ulrich Mädge und Karl Reinhold Mai, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Lüneburg. Foto: t & w

Lüneburg erhält Regionalbeauftragten

jz Lüneburg. Zehn Jahre nach der Abschaffung der Bezirksregierungen erlebt die staatliche Mittelebene eine Wiedergeburt. Ab 1. Januar 2014 sollen vier neue Landesbeauftragte die staatliche Aufsicht in der Region verbessern und zugleich den Regionen eine Stimme in Hannover verschaffen. Geburtshelfer der neuen Mittelinstanz sind fünf Zukunftskonferenzen. Die zweite fand am Mittwoch, 24. Oktober, in Lüneburg statt. Staatssekretärin Birgit Honé (SPD) bilanzierte in der Ritterakademie vor 200 Teilnehmern zufrieden: „Die Region Lüneburg hat ein hervorragendes Potenzial. Zudem gibt es hier ein breites Netzwerk interkommunaler Kooperation, auf dem wir aufbauen können.“

Angesiedelt werden die neuen Regionalbeauftragten an den ehemaligen Standorten der Bezirksregierungen Lüneburg, Braunschweig und Oldenburg – nur Hannover geht leer aus. „Dass der Landesbeauftragte in Hildesheim angesiedelt wird, unterstreicht, dass wir Entscheidungskompetenz in die Fläche zurückverlagern wollen“, sagte Honé. 800 bis 1200 Mitarbeiter sollen den Landesbeauftragten zuarbeiten. Sie stehen nach Ansicht der ehemaligen Lüneburger Regierungspräsidentin Honé „vor gewaltigen Herausforderungen“.

Die Regionen in Niedersachsen hätten sich in den vergangenen Jahren auseinanderentwickelt. Ausgerechnet die wirtschaftlich schwachen Regionen hätten kaum von EU-Förderung profititiert, „weil sie die geforderten Kompensationsmittel zur Gegenfinanzierung nicht aufbringen konnten“. Das Ziel des Ausgleichs sei verfehlt worden. Die EU-Förderung sinkt 2014 massiv. Die Phase der Gießkannenförderung sei vorbei, künftig könnten die schrumpfenden Mittel passgenau nur noch dort eingesetzt werden, wo maximale regionale Wirkung erwartet werden kann.

Im ländlich geprägten Nordostniedersachsen müsse die Ernährungswirtschaft gestärkt werden, forderte Honé. Im Zuge einer „sanften Agrarwende“ sollten qualitativ hochwertige Nahrungsmittel zum Markenzeichen werden. Bei der Förderung des Tourismus in der Heideregion sträube sich die EU noch, doch die Staatssekretärin versprach weiter zu bohren. Die Schaffung des Biosphärenreservates Elbtalaue hätte allerdings in touristischer Hinsicht nicht das gehalten, was man sich davon versprochen hätte.

Bei einer abschließenden Podiumsdiskussion betonte Oberbürgermeister Ulrich Mädge die Notwendigkeit, „Mittel- und Oberzentren als Leuchttürme zu stärken, die die Flächen mitziehen“.

„Nach dem Reden kommt das Tun“, rief Birgit Honé den Teilnehmern zu und schickte sie von der „Zukunftskonferenz in die Zukunftswerkstatt“.

One comment

  1. Als ich 1967 in Lüneburg mein Studium aufnahm, damals an der sehr kleinen, aber feinen PH, fiel mir die Strukturschwäche dieser so schönen Region als erstes auf. Optisch fiel diese Schwäche schon an den mit Feldsteinen gepflasterten Straßen ins Auge. Dieser Eindruck steigerte sich durch das Fehlen jeglicher mittelständischer Industrieunternehmen. Dieses Land hatte erkennbar wenig Entwicklungspotential.

    Nun lese ich, daß die Uni sich einen überdimensionierten Protzbau leistet, der keinen Mehrwert generiert – und offensichtlich kein Geld vorhanden ist. Unterstützt wird dieser Eindruck durch den Hinweis, daß diese Region nicht einmal die Ko-Finanzierung für EU-Projekte stemmen kann. Ja, und damit nicht genug, man schafft wieder Mittelinstanzen mit tausenden von MitarbeiterInnen, alles Kostgänger der Steuerzahler, betraut mit Aufgaben, die nicht zu lösen sind.

    Verkauft doch dieses Land einem Oligarchen. Aber, wer will dieses Land schon haben?

    Dr. Henning Gärtner