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Ulrike Streicher (l.) und Emilie Rabe werben mit Schildern für ihre Mediations- und Coaching-Angebote. Foto: ina
Ulrike Streicher (l.) und Emilie Rabe werben mit Schildern für ihre Mediations- und Coaching-Angebote. Foto: ina

Bei guten Geschäften spielt Geld keine Rolle

ina Lüneburg. Die Idee ist so einfach wie naheliegend: Wer anderen etwas zu bieten hat, kann für seine Belange ebenfalls mit Unterstützung rechnen. Mit diesem Ziel trafen sich erstmals Repräsentanten engagierter Unternehmen und gemeinnütziger Organisationen im IHK-Gebäude Am Sande. Mit knalligen Plakaten, Info-Flyern und an der Kleidung festgemachten Angebotsschildern warben die rund 100 Teilnehmer für ihre jeweilige Sache.

„Wir suchen Unternehmen, die uns dabei unterstützen, dass die Menschen sich wieder mehr den Büchern zuwenden“, erklärt Dr. Muthard Hackbarth. Als Vorsitzender der Netzwerks Leseförderung Lüneburg hat er dabei eine bestimmte Zielgruppe ins Auge gefasst: „Vor allem Väter sollten ihren Kindern mehr vorlesen.“ Einen Erfolg konnte er beim Networking bereits verbuchen: „Die IHK nimmt unsere Belange künftig in ihren Newsletter mit auf.“

Als Kooperationspartner unterstützt die IHK Lüneburg-Wolfsburg mit der Hansestadt Lüneburg, der Sparkassenstiftung Lüneburg und der Lebenshilfe Lüneburg-Harburg das Projekt. Initiator des Marktplatzes „Gute Geschäfte“ ist die Mediationsstelle Brückenschlag. Leiterin Astrid Wichmann ist mit der regen Beteiligung hochzufrieden. „Hier ist ein reger Austausch vorhanden. In einem Jahr werden wir das wieder machen.“

Denn die Idee hat Zukunft: Mehr als 260 dieser Marktplätze gibt es in mehr als 90 Städten bundesweit, rund 15.000 neue Kooperationen von Unternehmen und Organisationen konnten so bisher entstehen. Die grundlegende Idee für die Förderung von Engagement und die Anbahnung neuer Verbindungen zwischen Wirtschaft und Zivilgesellschaft auf lokaler Ebene stammt von der Bertelsmann Stiftung in Kooperation mit dem Energieversorger RWE und dem Beratungsunternehmen KPMG.

Ungewönliche Einblicke in andere Lebenswelten sollen sich laut Presse-Info der Stiftung den Anwesenden erschließen. Und tatsächlich gibt es im IHK-Foyer jede Menge neuer Impulse. „Mich haben die Leute von ,SchLAu Lüneburg‘ für ihre Idee begeistern können“, sagt Emilie Rabe. Als Mediatorin und Coach verfügt sie über eine 20 Jahre umfassende Erfahrung im Vermitteln und Bewerben der eigenen Geschäftsidee. Das seit 2012 ehrenamtlich organisierte Projekt hat es sich zur Aufgabe gemacht, an Schulen für die positive Vielfalt von sexueller Orientierung zu werben. Bezüglich seines Marketings kann das junge Team die Unterstützung der erfahrenen Selbstständigen gut gebrauchen. Emilie Rabe hilft gern, indem sie sich kreativ in die PR-Strategien einbringt.

Auch ihre Berufskollegin, die Mediatorin Ulrike Streicher, konnte sinnvolle Kontakte knüpfen: „Die Mittagsbetreuung fragte an, ob ich dort einen Kursus in der Technik MET-Klopfen für Kinder geben kann. Dafür helfen sie mir bei der Gestaltung meiner neuen Büroräume.“ Die Marktplätze sind zwar Treffpunkte des Handels, doch über Geld wird hier nicht gesprochen. Astrid Wichmann betont: „Hier sind die wesentlichen Mittel sozial orientierter Austausch und Kommunikation über gesellschaftlich relevante Möglichkeiten.“

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