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Heiner Steenbock übergibt einen Fragebogen an Ilse Mazasek (74) in Grünhagen. Die Seniorin selbst benutzt zwar noch kein Internet, aber sie möchte es lernen. Ihre Tochter Katja und deren Lebensgefährte machen außerdem öfter LAN-Partys bei ihr zu Hause. Foto: t & w
Heiner Steenbock übergibt einen Fragebogen an Ilse Mazasek (74) in Grünhagen. Die Seniorin selbst benutzt zwar noch kein Internet, aber sie möchte es lernen. Ihre Tochter Katja und deren Lebensgefährte machen außerdem öfter LAN-Partys bei ihr zu Hause. Foto: t & w

Bienenbüttel drückt aufs Tempo

emi Bienenbüttel. Heiner Steenbock lädt auf seinem Laptop gern Fotos im Internet hoch, um sie mit seinen Kindern zu teilen. Der 69-Jährige sitzt dann oft vor dem Monitor in seinem Wintergarten in Grünhagen und wartet, bis der Vorgang abgeschlossen ist – geduldig und minutenlang. Und während sich erst kürzlich überdurchschnittlich viele Bienenbütteler an der kreisweiten Umfrage für schnelleres Internet beteiligten, lehnte sich der Rentner nur zurück und dachte „läuft doch, was soll’s“. Aber nun hat es ihn gepackt.

Auf der Informationsveranstaltung von Gemeinde und Wirtschaftsförderung in Bienenbüttel (siehe Bericht rechts) wurde Steenbock klar: „Was Internet betrifft, sind wir entwicklungsfähig.“ Jetzt will der Rentner auch seine Nachbarn auf das Thema aufmerksam machen und verteilt an den Haustüren freiwillig die Fragebögen des Landkreises Uelzen. Denn er glaubt, dass viele ebenso ahnungslos sind, wie er es noch bis vor kurzem war.

Heiner Steenbock benutzt DSL 6000 mit einer Internetverbindungsgeschwindigkeit von sechs MBit pro Sekunde. Bisher fand er das ausreichend, aber bei der Bürgerversammlung in der Bienenbütteler Markthalle hat er gehört, dass mit dem kreisweit angestrebten Glasfasernetz Geschwindigkeiten von mindestens 25 MBit pro Sekunde möglich wären. „Das ist ein Stück Komfort“, findet er. „Da muss ich keine Lebenszeit mehr vor dem Computer verbrennen.“

Natürlich könne jeder einzelne selbst entscheiden, ob er die höheren Geschwindigkeiten nutzen wolle, sagt Steenbock. „Aber es sollte zumindest jedem technisch möglich gemacht werden, diese Entscheidung auch zu treffen.“ Dafür setzt er sich ein, indem er als ersten Schritt die Fragebögen verteilt.

Doch auch jetzt schon ist die Umfrage-Beteiligung in Bienenbüttel überdurchschnittlich: Von kreisweit rund 2400 abgegebenen Fragebögen kommt rund ein Viertel aus der Gemeinde an der Ilmenau. Für Bienenbüttel könnte das zum Vorteil werden.

Sascha Blumenberg von der Wirtschaftsförderung Uelzen erklärte bei der Bürgerversammlung in Bienenbüttel: „Ein potenzieller Internetbetreiber als Pächter geht natürlich am ehesten dorthin, wo großes Interesse besteht, weil er da Kunden findet.“ Es sei aus seiner Sicht sogar vorstellbar, dass in Bienenbüttel dann mit dem Bau angefangen würde.

Heiner Steenbock aus Grünhagen würde sich darüber freuen, wenn er möglichst bald schnelleres Internet hätte. Er würde sogar seinen Garten aufgraben, um die Leitung verlegen zu lassen. „Wenn, dann soll die Glasfaser gleich bis ans Haus reichen, aus Gründen der höheren Geschwindigkeit.“ Denn jetzt, da Steenbock gehört hat, welche Möglichkeiten schnelles Internet bereithält, lässt er sich nicht mehr bremsen.

Auf Wunsch der Politik und Gemeinden wurde die Befragung bis zum 30. Oktober verlängert. Den Fragebogen können Bürgerinnen und Bürger auch online ausfüllen unter www.uelzen.de oder www.bienenbuettel.de.