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Christine Blümlein mit Castella und Alessa. Die Züchterin bietet Herdenhaltern an, ihre Hunde in gefährdeten Gebieten als Beschützer auszuprobieren. Foto: t & w
Christine Blümlein mit Castella und Alessa. Die Züchterin bietet Herdenhaltern an, ihre Hunde in gefährdeten Gebieten als Beschützer auszuprobieren. Foto: t & w

Hüter der Herden

emi Bienenbüttel. Der Wolf ist auf dem Vormarsch. Doch die anfängliche Freude über die Rückkehr ist einer steigenden Besorgnis gewichen, vor allem bei Herdenbesitzern. Denn rund um Lüneburg mehren sich Meldungen über Angriffe auf Nutztiere. Bei Christine Blümlein aus Hohenbostel häufen sich deshalb die Anfragen: Sie züchtet italienische Hirtenhunde, die auch im Landkreis zum Schutz von Schafherden zum Einsatz kommen könnten.

Die siebenjährige Hündin Castella tobt mit ihrer zweijährigen Tochter Alessa ausgelassen über einen Rübenacker. Ihr wehendes, weißes Fell hebt sich hell von der dunklen Erde ab. Besitzerin Christine Blümlein erzählt: „Ich habe Castella vor sieben Jahren aus Civita Castellana, nördlich von Rom, abgeholt.“ Damals sei sie mit Mann und Tochter auf der Suche nach einem Wachhund gewesen und habe sich auf Zuchtschauen umgesehen. In Italien stieß die Familie auf die Rasse „Cane Da Pastore Maremmano Abruzzese“ – und war sofort begeistert.

„Die Unabhängigkeit dieser Hunde hat uns gereizt. Sie sind gleichzeitig temperament- und liebevoll und haben so eine souveräne Ausstrahlung“, schwärmt Christine Blümlein.

Ursprünglich wollte die 47-Jährige gar nicht züchten. „Wir wollten eigentlich nur noch so einen tollen Hund wie Castella.“ Inzwischen kann Blümlein ein Zertifikat vom VDH (Verband für das Deutsche Hundewesen) vorweisen und betreibt Familienzucht: Alle zwei bis drei Jahre gibt es einen Wurf.

2011 kam mit dem ersten Alessa zur Welt. „Wir haben einfach gemerkt, wie wertvoll diese Rasse ist“, sagt Blümlein. „Sie passt absolut auf die Bedürfnisse, die sich durch die Einwanderung des Wolfes ergeben.“ In Deutschland seien die Hunde weitgehend unbekannt.

In Italien, der Schweiz und Frankreich würden die Vierbeiner allerdings schon seit langem als Schutzhunde eingesetzt. „Die Tiere wachsen von klein auf bei der Herde auf, verbringen den ganzen Tag mit ihr.“ Meist würden Herdenhalter zunächst einen Hund anschaffen. Sobald dieser dann etwa zwei Jahre alt und gut erzogen sei, kämen, je nach Herdengröße, noch weitere hinzu. „Die Junghunde lernen von den älteren.“

Nähert sich ein Wolf den Maremmano-Hunden, „geht bei ihnen hinten die Rute hoch“. Dann laufen sie aus der Herde heraus „und machen Alarm“. Aus einer gewissen Distanz heraus verbellen sie den Angreifer. „Die Hunde sind von der Statur her einfach imposanter und kräftiger als freilebende Wölfe“, findet Christine Blümlein.

Sie kann sich ein Leben ohne ihre Hündinnen nicht mehr vorstellen. Decken lässt sie nur noch Alessa – und nur dann, wenn genügend Interessenten auf der Warteliste stehen: „Die klopfe ich vorher richtig ab.“ Die Welpen gibt sie nur in „geeignete Hände, denn ich würde meinen Hunden auch nicht zumuten, dass sie irgendwann wieder wegmüssen“. Der nächste Wurf ist für Juni vorgesehen. Interesse gibt es genug – die Anfragen häufen sich.

One comment

  1. Hallo,

    es sind sehr schöne Tiere. Die Frau macht genau das, was ich zu der anderen Pressemeldung gesagt habe.