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Die Chefs der Lüneburger Kliniken Rolf Sauer (Psychiatrische Klinik), Dr. Michael Moormann (Städtisches Klinikum) und Heiko Zellmer (Orthoklinik, v.l.) warnen vor Krankenhausschließungen. Foto: t&w
Die Chefs der Lüneburger Kliniken Rolf Sauer (Psychiatrische Klinik), Dr. Michael Moormann (Städtisches Klinikum) und Heiko Zellmer (Orthoklinik, v.l.) warnen vor Krankenhausschließungen. Foto: t&w

Krankenhäuser wollen mehr Geld

ahe Lüneburg. Das Städtische Klinikum hat im vergangenen Jahr 265 000 Euro Plus gemacht, die Psychiatrische Klinik gar mehr als 580 000 Euro Überschuss erwirtschaftet. Dennoch stehen die beiden Geschäftsführer der Lüneburger Häuser am Sonnabend in der Bäckerstraße und beklagen die Finanznot der Krankenhäuser in Niedersachsen. Wenn sich am Geldfluss nicht bald etwas ändere, drohe für zwei von drei Kliniken im Land das baldige Aus. „Schauen Sie nur nach Scharnebeck und Salzhausen“, sagt Dr. Michael Moormann, Chef des Lüneburger Klinikums. Beide Einrichtungen haben bekanntlich finanzielle Probleme.

Die Niedersächsische Krankenhausgesellschaft macht mit ihrer Kampagne „2/Drittel“ auf die „schwierige wirtschaftliche Situation der Krankenhäuser“ aufmerksam. Visualisieren sollen die drei große Türen, die in der Fußgängerzone aufgebaut wurden und von denen zwei verschlossen bleiben. Die Chefs von fünf Krankenhäusern in der Region sind vertreten und beklagen, dass sie nicht genug Geld bekommen. Moormann: „Wir selbst machen noch Gewinn durch unsere Apotheke, aber den Kopf über Wasser zu halten mit den eigentlichen Aufgaben eines Krankenhauses wird immer schwieriger.“ Personalkosten, die im Lüneburger Klinikum 65 Prozent der Ausgaben ausmachten, seien gestiegen, die finanzielle Ausstattung aber nicht im gleichen Maße.

Was ihn und seinen Kollegen Rolf Sauer am meisten ärgert: „In Hamburg bekommen die Krankenhäuser für die gleiche Leistung mehr Geld, für eine Geburt zum Beispiel. Im Vergleich zu uns macht das einen Unterschied von 2,8 Millionen Euro im Jahr aus.“ Diese „Ungerechtigkeit“ müsse der Bund ändern.

Weil die Medizin Fortschritte macht und mehr Menschen ein höheres Lebensalter erreichen, entstünden höheren Kosten im Gesundheitssystem, sagt Moormann „Es darf nicht sein, dass die Kliniken mit dieser Entwicklung alleingelassen werden und das wirtschaftliche Risiko auf sie abgewälzt wird. Wenn die Kassen dann sagen, wir sollen unsere Wirtschaftlichkeitsreserven ausschöpfen, kann das nur dazu führen, dass wir weniger Ärzte und Pflegekräfte beschäftigen.“ Und im schlimmsten Fall müssten Häuser eben komplett schließen.