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Die zentrale Unterkunft am Meisterweg ist voll, weitere Asylbewerber werden in der ehemaligen Schlieffenkaserne untergebracht. Bis Ende September 2014 soll allein die Stadt Lüneburg weitere 154 Asylbewerber aufnehmen. Foto: A/be
Die zentrale Unterkunft am Meisterweg ist voll, weitere Asylbewerber werden in der ehemaligen Schlieffenkaserne untergebracht. Bis Ende September 2014 soll allein die Stadt Lüneburg weitere 154 Asylbewerber aufnehmen. Foto: A/be

Kreis erhöht Pauschale

ml Lüneburg. Ende 2012 lebten 233 Asylbewerber in Stadt und Landkreis Lüneburg, und die Kreisverwaltung sah keinen Grund, die Pauschalerstattung an die Kommunen für deren Unterbringung zu erhöhen. Innerhalb von nur elf Monaten hat sich die Zahl der Antragsteller auf Asyl auf 509 mehr als verdoppelt, und der Kreis hat seine Erstattungssätze angehoben – um mehr als 30 Prozent.

Zuständig für die Unterbringung der Asylbewerber ist eigentlich der Landkreis. Doch der hat diese Aufgabe an die Kommunen delegiert, zahlt ihnen dafür die Pauschale. Doch schon Ende 2012 klagten die Rathauschefs im Kreisgebiet, dass das Geld nicht reicht. Und die Situation hat sich verschärft: Bezahlbarer Wohnraum in den Gemeinden wird knapp, vor allem rund um Lüneburg, und die Kommunen müssen Dienstleistungen erbringen, die durch die Pauschale nicht gedeckt sind.

Zudem reißt der Zustrom von Asylbewerbern nicht ab. Weitere 296 Männer, Frauen und Kinder hat das Land Stadt und Kreis bis Ende September 2014 zugewiesen. „War früher sicher, dass die Landeszahlen nicht erreicht werden, ist inzwischen sicher, dass so viele Menschen kommen“, sagt Martin Wiese, Fachbereichsleiter Soziales beim Kreis. „Inzwischen müssen die Gemeinden auch teuren Wohnraum nehmen, um die Asylbewerber unterzubringen.“ Deshalb hat der Kreis nachgebessert, zahlt den Kommunen rückwirkend zum 1. April eine monatliche Pauschale von 300 statt bislang 200 Euro für Einzelpersonen, 750 statt 450 Euro für eine drei- und 1000 statt 540 Euro für vierköpfige Familie. Wiese: „Damit sind aber auch alle Serviceleistungen abgegolten.“

Einzig die Stadt Lüneburg erhält die Pauschale nicht. Denn dort werden Asylbewerber in einer Gemeinschaftsunterkunft am Meisterweg untergebracht. Im sogenannten Lüneburg-Vertrag ist geregelt, dass der Kreis die Kosten erstattet, die für den Betrieb anfallen. Doch die Unterkunft ist ausgelastet. Da die Stadt bis Ende September weitere 154 Asylbewerber aufnehmen soll, hat sie jetzt einen Block in der ehemaligen Schlieffenkaserne angemietet. Auch diese Kosten werden laut Wiese übernommen. Und der Kreis übernimmt künftig auch das Risiko, falls die Unterkünfte doch nicht ausgelastet sind. Bislang zahlte dafür die Stadt.

Mit der Unterbringung der Asylbewerber befasst sich am Dienstag, 5. November, auch der Sozialausschuss des Lüneburger Stadtrats. Beginn ist um 15.30 Uhr im Rathaus.