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Fähre Tanja

Fähre, Brücke, Deich

pet Lüneburg. Es könnte eng werden an der Elbe bei Neu Darchau. Seit vielen Jahren plant der Landkreis Lüneburg dort eine Brücke über den Strom an das östliche Ufer bei Darchau. Nach dem Juni-Hochwasser haben sich aber auch die Planungen der Samtgemeinde Elbtalaue konkretisiert, ihre Gemeinde Neu Darchau künftig mit einem Deich vor weiteren Fluten zu schützen, der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) ist mit der Deichplanung beschäftigt. Stehen sich beide Projekte im Weg ? Oder gibt es möglicherweise sogar Synergieeffekte und daraus folgende Kosteneinsparungen ? Darüber, so Erster Kreisrat Jürgen Krumböhmer, werde in der Kreisverwaltung fieberhaft nachgedacht.

In der Kreistagssitzung am Montag in der Ritterakademie hatte die Fraktion CDU/Bündnis RRP 21 unter anderem gefragt: „Ist das Raumordnungsverfahren für die Elbbrücke mittlerweile abgeschlossen?“ Und: „Wann wird die Baugrunduntersuchung durchgeführt?“ Krumböhmer musste abwinken, hatte keine abschließenden Antworten.

Bis Ende Oktober, so hatte er Anfang Oktober angekündigt, sollte das Raumordnungsverfahren mit der Fertigstellung der „Landesplanerischen Feststellung“ abgeschlossen werden, anschließend sollte eine Untersuchung der Tragfähigkeit des Bodens im Elbevorland in Auftrag gegeben werden, um eine Grundlage für eine fundierte Kostenschätzung zu haben. All das liege jetzt auf Eis.

„Wir befinden uns bei der Brückenplanung in einem Stadium, in dem das Raumordnungsverfahren als abstrakte Planung in das Planfeststellungsverfahren als konkrete Planung übergehen soll“, so Krumböhmer gestern auf Nachfrage. Positive Synergieeffekte von Brücken- und Deichprojekt schließt er nicht aus, er sieht aber auch Probleme – wenn etwa beide Trassen sich kreuzen.

Voraussichtlich am 12. November sollen die technischen Planer für Brücke und Deich, die Hochwasserplaner und auch Umweltexperten, Vertreter von Landkreis Lüneburg, Samtgemeinde Elbtalaue und NLWKN zusammen sitzen. „Wir brauchen eine Gesamtbetrachtung. Wir müssen es jetzt schaffen, beide Planungen fachlich und vom rechtlichen Verfahren her zu verknüpfen.“

Zeuge der Kreistagssitzung war auch Karl-Heinz Hoppe, Sprecher des Fördervereins „Brücken bauen“. Hochwasserschutz für Neu Darchau und die Brücke über die Elbe seien „gleich wichtig“, sagt er: „Aber beide Projekte müssen in Einklang gebracht werden.“ Hoppe verweist auf Beispiele von Straßen auf Deichkronen, etwa in den Vier- und Marschlanden: „So etwas könnte dazu beitragen, Kosten zu senken.“

One comment

  1. Die Synergieeffekte für Hoppe Bau in Bleckede sin d sicherlich positiv.