Dienstag , 27. September 2016
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Im Herbst 2014 soll das neue Museum eröffnet werden. Inzwischen sind die Kosten um rund 1,1 Millionen Euro gestiegen. Foto: t&w
Im Herbst 2014 soll das neue Museum eröffnet werden. Inzwischen sind die Kosten um rund 1,1 Millionen Euro gestiegen. Foto: t&w

Beim Museumsbau muss Stadt erneut drauflegen

as Lüneburg. Der Bau des neuen Museums wird noch teurer. Die Summe muss um weitere 500000 Euro aufgestockt werden, erklärte Stadtbaurätin Heike Gundermann im Bauausschuss und erläuterte die Gründe. Die ursprünglich geplanten Kosten von 9,9 Millionen Euro steigen damit auf 11 Millionen Euro. Die Ausschussmitglieder votierten einstimmig dafür, dass die 500000 Euro in den Etatentwurf 2014 eingestellt werden und stimmten den Deckungsvorschlägen der Verwaltung zu.
Bereits Ende des vergangenen Jahres musste der Rat grünes Licht geben für Mehrkosten in Höhe von 600000 Euro, verursacht durch eine komplizierte Gründung, Kampfmittelbeseitigung und allgemeine Baukos“tensteigerungen. Stadtbaurätin Heike Gundermann und Henning Müller-Rost, Prokurist bei der Lüneburger Wohnungsbau GmbH, der als Controller den Museumsbau begleitet, machten deutlich, dass man von Anfang an eisern den Blick auf Standardreduzierungen gehabt habe, damit es zu keinen Kostenexplosionen kommt. Vom Parkett bis zur Sanitärausstattung habe man jeweils die günstigste Variante gewählt. Dennoch zeigte sich im Laufe dieses Jahres, ,,dass das Geld nicht reicht“, so Gundermann. Deshalb wurden in den Etatentwurf 2014 rund 200000 Euro zusätzlich für den Museumsbau eingestellt. Bei der letzten bautechnischen Besprechung habe sich dann herausgestellt: auch das Geld reicht nicht.
Zu den Gründen für die Mehrkosten erläuterte Gundermann unter anderem: Da die Baukonjunktur floriert, gab es bei den EU-weiten Ausschreibungen von Einzelgewerken zum Teil nur ein bis zwei Bewerber pro Gewerk und damit keinen ,,richtigen Preiswettbewerb“. Der frühe Kälteeinbruch hatte zur Folge, dass die Klinkerarbeiten an der Fassade nicht bis Ende 2012 fertiggestellt werden konnten. Deshalb musste das Gerüst länger stehen, andere Firmen konnten erst später mit Arbeiten beginnen. Eine Zollkontrolle ergab, dass eine Firma Schwarzarbeiter beschäftigt hatte. Für die Restarbeiten musste eine neue Firma beauftragt werden, das gab es nicht fürs selbe Geld. Nachdem die abgängige Ufermauer abgetragen werden musste, muss die Terrasse tiefer gegründet werden.
Baudezernentin und Controller gehen davon aus, dass sich die Mehrkosten auf 400000 bis 500000 Euro summieren. ,,Wir melden aber 500000 Euro an, um einen Puffer zu haben, denn für rund 1 Million Euro stehen Auftragsvergaben noch aus.“ Als Deckungsvorschläge für die zusätzlichen 300000 Euro, die in den Etatentwurf noch eingestellt werden müssen, präsentierte die Verwaltung: Die Einrichtung von Busparkplätzen an der Willy-Brandt-Straße sowie der Ausbau der Wand“rahmstraße, für die Kosten in Höhe von 200000 Euro angesetzt sind, soll erst 2015 erfolgen. Auch der Umbau der ehemaligen Küche im Rathaustrakt zu öffentlichen Sanitäranlagen (100000 Euro) soll teils geschoben werden.
Dr. Gerhard Scharf (CDU) dankte für die ,,lückenlose“ Aufklärung. ,,Wir stehen alle hinter dem Museum. Allerdings habe ich auch immer gesagt: Die Kosten sind gedeckelt, wir werden damit nicht auskommen.“ Stadtbaurätin Heike Gundermann gab zu bedenken, dass es in den vergangenen zwei Jahren eine allgemeine Baukostensteigerung von insgesamt sieben Prozent gegeben habe, auch weil die Baukonjunktur boomt, ,,sodass wir darüber hinaus bei Mehrkosten von vier Prozent liegen“.
Birte Schellmann (FDP) sagte: ,,Wir wussten von Anfang an, dass die Summe sehr eng bemessen ist.“ Die Ausführungen bezüglich der Standardreduzierungen würden aber zeigen, ,,dass Sie nichts unterlassen haben, um Kosten zu senken. Ich finde es sehr gut, dass Sie Gelder aus dem Tiefbaubereich zur Deckung nehmen“. Erfreulich seien die Mehrkosten nicht, meinte Klaus-Dieter Salewski (SPD), aber man werde sie tragen. Auch Andreas Meihsies (Grüne) signalisierte Zustimmung, ,,denn Sie haben Transparenz gezeigt“. Die Mehrkos“ten seien zwar ,,ein Schlag ins Kontor, aber so etwas kann bei Großprojekten passieren“.