Donnerstag , 8. Dezember 2016
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Der Dedon-Manager Hervé Lampert steht auf einer Mülldeponie auf den Philippinen. Das Unternehmen hat 50 Familien geholfen und neue Häuser für sie gebaut. Nun unterstützt Dedon Opfer des Taifuns. Foto: nh
Der Dedon-Manager Hervé Lampert steht auf einer Mülldeponie auf den Philippinen. Das Unternehmen hat 50 Familien geholfen und neue Häuser für sie gebaut. Nun unterstützt Dedon Opfer des Taifuns. Foto: nh

Hilfe für Opfer des Taifuns

ca Lüneburg/Cebu. Hervé Lampert und seine Mitarbeiter haben Glück, der Taifun streift den Franzosen und die Beschäftigten des Lüneburger Möbelherstellers Dedon auf den Philippinen „nur“ mit 250 Kilometern pro Stunde. „Sechzig Kilometer weiter auf der Insel Cebu war es eine Geschwindigkeit von 320 km/h“, sagt der Geschäftsführer. Häuser seien zerstört worden, Bäume umgestürzt. „Bei uns sind von den Fabrikgebäuden sechs, sieben Dächer abgedeckt worden“, sagt der 37-Jährige. „Das konnten wir in zwei Tagen reparieren.“ Doch die Familien von rund 85 Mitarbeitern hätten sehr gelitten, Tote habe es wohl nicht gegeben, aber Existenzen seien vernichtet worden. Nun versucht Dedon zu helfen.

Firmenchef Bobby Dekeyser ist gestern Abend von Hamburg nach Asien geflogen, um seinen Mitarbeitern beizustehen. Er habe bereits Kontakte zur Hilfsorganisation Oxfam geknüpft, erzählt er vor dem Abflug. Hilfe solle schnell organisiert werden.

So zupackend wie Bobby Dekeyser ist, sind auch viele seiner Mitarbeiter. So berichtete Lampert gestern am Telefon, dass die Firma sofort Lieferanten und Kunden angesprochen und um Hilfe gebeten habe: „120 000 Dollar haben wir schon zusammen, eine halbe Million soll es werden.“ Mit dem Geld wollen der gebürtige Franzose und seine Kollegen den Dörfern helfen, aus denen die Arbeiter kommen, deren Eltern, Frauen und Kinder unter den Folgen des Taifuns leiden. Die betroffenen Kollegen konnten aus der Fabrik nach Hause fahren, um ihren Familien beizustehen.

„Alle schauen vor allem auf die Großstadt Tacloban, aber kaum jemand auf die kleinen Orte“, sagt der Manager. Doch auch dort gebe es Zerstörungen, auch dort fehle es am Nötigsten. Mitarbeiter packen Pakete für 2000 Personen mit Lebensmitteln, Medikamenten und Wasser: „Trinkwasser fehlt am dringensten.“

Schwere Stürme seien auf den Philippinen nichts Ungewöhnliches, aber noch nie so schlimm wie jetzt, sagt Lampert: „Zehn bis 15 Taifune treffen die Inseln jedes Jahr. Die meisten ziehen an Cebu vorbei, aber vier bis sechs Mal werden wir auch getroffen.“ Aktuell habe es zwei Tage zuvor eine Warnung gegeben, sodass man die Fabrik habe sichern können. Doch: „In abgelegenen Orten in der Provinz kommen solche Warnungen nicht immer an – entsprechend sind die Schäden.“

Die Möbelproduktion laufe wieder in zwei Schichten, doch parallel dazu versuche man, den Opfern der Katastrophe zu helfen. Das hat Tradition bei Dedon: Erst vor drei Wochen habe man 50 Familien, die auf einer Müllhalde in Mandaue City gelebt haben, dort weggeholt: „Wir haben sie unterstützt und für sie Häuser im Dorf Compostella im Norden von Cebu gebaut.“

Auch jetzt will das Unternehmen Betroffene unterstützen und bittet daher um Spenden unter dem Stichwort Taifun auf das Konto 705 931 000 bei der Commerzbank, Bankleitzahl 240 800 00.