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Ulrike Braun beim Bau eines Lehmzaunes, einer der zahlreichen Mitmachstationen. Seit 2007 leitet die 51-Jährige das Archäologische Zentrum Hitzacker. In den kommenden Jahren muss sie voraussichtlich mit weniger Geld planen. Foto: dax
Ulrike Braun beim Bau eines Lehmzaunes, einer der zahlreichen Mitmachstationen. Seit 2007 leitet die 51-Jährige das Archäologische Zentrum Hitzacker. In den kommenden Jahren muss sie voraussichtlich mit weniger Geld planen. Foto: dax

Betrieb soll weitergehen

ml Hitzacker. Viel und kontrovers ist in den vergangenen Wochen über die Zukunft des Archäologischen Zentrums in Hitzacker (AZH) diskutiert worden. Auslöser war das Sparpaket, mit dem Politik und Verwaltung die marode Stadtkasse konsolidieren wollen. Vorgesehen ist unter anderem, den AZH-Zuschuss im kommenden Jahr von 60 000 auf 45 000 Euro zu senken. Fest steht aber auch: „Die Stadt als Eigentümerin beabsichtigt nicht, das AZH dauerhaft zu schließen“, teilt Hitzackers Erste Samtgemeinderätin Petra Steckelberg jetzt mit.

Für Irritationen hatten bei einer Ausschusssitzung in der vergangenen Woche Rechenspiele der Mehrheitsgruppe im Stadtrat gesorgt. Würde der Zuschuss auf 45 000 Euro gekürzt, reiche das Geld zum Betrieb des AZH nur bis Ende September, danach müsse die Einrichtung schließen, hatte Gruppensprecher Erhard Fröhlich vorgerechnet. Damit sei jedoch nicht die dauerhafte Schließung gemeint, sagt nun Steckelberg. „Das AZH soll auch über 2014 hinaus betrieben werden, allerdings mit einem geringeren Zuschuss als bisher.“

Deshalb sucht die Stadt schon seit Monaten nach einem neuen Träger, der den Betrieb weiterführt – bislang ohne Erfolg. Auch der Förderverein des AZH hat bislang abgewunken. Finanziell und personell sei diese Aufgabe nicht zu stemmen. „Auch die Satzung des Vereins gibt die Betriebsführung derzeit nicht her“, sagt Steckelberg. Gleichzeitig sind für die kommende Woche jedoch weitere Gespräche zwischen Stadt und Förderverein geplant. Thema wird dann vermutlich auch eine mögliche Satzungsänderung sein, ebenso wie die mögliche Höhe künftiger Zuschüsse. Daran, dass weiter Geld aus der Stadtkasse fließen wird, lässt die Samtgemeinderätin keinen Zweifel. Nur wird der Zuschuss deutlich geringer ausfallen, muss das AZH künftiger mit möglicherweise nur 50 Prozent der bisherigen Mittel auskommen.

„Dass der Fortbestand grundsätzlich nicht infrage gestellt wird, zeigt sich an den laufenden Projekten“, sagt Steckelberg. Unter anderem soll am AZH eine Fahrradstation im Zuge des Elbe-Radweges entstehen. Radtouristen sollen in unmittelbarer Nähe des Freilichtmuseums einen Anlaufpunkt erhalten, wo sie ihre Räder abstellen, E-Bikes laden und Gepäck einlagern können. Auch ein Café ist geplant. „Für dieses Projekt haben wir bereits Fördermittel beim Land und aus dem Förderfonds Hamburg-Niedersachsen beantragt“, sagt die Samtgemeinderätin.

Und auch mit Blick auf die Jugendherberge würde sich die Stadt mit der Schließung des AZH ins eigene Fleisch schneiden. „Denn die meisten Schulklassen kommen wegen des Archäologischen Zentrums nach Hitzacker.“