Aktuell
Home | Lokales | Schmetterlinge für den Schneckengiebel
Mit Pinsel und Tusche machen sich die jungen Künstler ans Werk: (v.l.) Lenny, Josephine, Caroline, Oke, Gesa und Lasse. Foto: t&w
Mit Pinsel und Tusche machen sich die jungen Künstler ans Werk: (v.l.) Lenny, Josephine, Caroline, Oke, Gesa und Lasse. Foto: t&w

Schmetterlinge für den Schneckengiebel

mm Lüneburg. Lüneburger Giebelfassaden ziehen Touristen in ihren Bann. Sie prägen das Stadtbild auf eine einzigartige Weise. Marketing und Geschäftsleute haben 2014 bereits zum Jahr der Giebel ausgerufen. Die Lüneburg-typischen Gebäude gibt es an der Grundschule Häcklingen nun im Miniformat. Schüler der Klasse 4c haben sie gemalt, jetzt verzieren die Bilder auf kleinen Leinwänden die Schulaula.

Maybritt wählte den Schneckengiebel als Motiv für ihre Leinwand und gab der Fassade noch eine eigene Note. Schmetterlinge schmücken das Haus. Die Neunjährige hat im Unterricht gelernt, dass es verschiedene Giebelformen in der Innenstadt gibt, neben Schneckengiebeln nämlich auch Dreiecks- und Treppengiebel. „Am Sand gibt es viele Treppengiebel“, fiel der Grundschülerin bei einer Stadtführung auf. Das bemerkten auch ihre Mitschüler.

Die Bauten aus der Spätgotik scheinen deshalb auch das beliebteste Motiv bei den Viertklässlern zu sein. Das von Luca sieht seinen Originalen schon zum Verwechseln ähnlich. Die Konturen sind äußerst gerade. „Die waren schwierig zu zeichnen, aber ich habe kein Lineal benutzt“, versichert der Zehnjährige. Bei dem neunjährigen Jonas überzeugt das Motiv durch viele bunte Fenster: „Die sollen so aussehen wie die alten Kirchenfenster“, beschreibt der Schüler. Auch Paula entschied sich für viele Fenster. Wichtig ist ihr, dass sich das Bauwerk und der Hintergrund voneinander absetzen, „deswegen ist der Hintergrund heller als die dunkle Hausfassade“, erklärt sie.

Inspiration für ihre Zeichnungen konnten sich die Grundschüler fortlaufend holen. Ihre Klassenlehrerin Anja Witke hat zahlreiche Häuser mit ihren Giebeln fotografisch festgehalten. Und auch Zeichnungen der Lüneburger Künstlerin Swantje Crone dienten als Anschauung. „Wir werden auch noch ihr Atelier besuchen“, verrät Anja Witke. Drei Wochen Kreativzeit brauchten die Schüler von der Skizze bis zum fertigen Gemälde. „Die Kinder sollten bunt und expressionistisch gestalten“, erklärt die Pädagogin.

Das Kunstprojekt war ein fächerübergreifendes. Im Sachkundeunterricht beschäftigten sich die Viertklässler ausgiebig mit der Geschichte Lüneburgs. Was jetzt noch fehlt, sind die Noten für die Bilder. Dann dürfen diese auch mit nach Hause genommen werden. Schülerin Maybritt weiß schon, was sie mit ihren Gemälde macht und sagt nur: „Hoffentlich bekommen wir die Noten noch vor Weihnachten.“