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Die Auszubildenden zur Kauffrau im Gesundheitswesen Imke Guder (2. v. l.) und Annemarie Piotrowski (2. v. r.) zeigen, wie Life-Kinetik funktioniert. Fotos: t & w
Die Auszubildenden zur Kauffrau im Gesundheitswesen Imke Guder (2. v. l.) und Annemarie Piotrowski (2. v. r.) zeigen, wie Life-Kinetik funktioniert. Fotos: t & w

Schüler können bei Info-Tag mit vielen Berufen jonglieren

emi Lüneburg. Themke Hermann kann sich gut vorstellen, in rund zwei Jahren eine Ausbildung zum IT-Kaufmann zu machen. Schließlich „zockt“ der 14-Jährige gerne am Computer, „und da kann es nicht schaden, selber einmal auszuprobieren, wie man Prozessor, Grafikkarte und Arbeitsspeicher einbaut“. Wie das geht, zeigten ihm und seinen Klassenkameraden von der Geschwister-Scholl-Realschule Embsen Julien Born und Flamur Müller, selbst angehende IT-Kaufleute im zweiten Ausbildungsjahr. Beim zwölften Berufsfindungsmarkt an den Berufsbildenden Schulen (BBS) I bis III, informierten sowohl Auszubildende als auch Experten die insgesamt rund 1000 Schüler aus Stadt und Landkreis Lüneburg.

„Die verschiedenen Sichtweisen sollen für einen möglichst umfangreichen Einblick in die 70 Ausbildungsberufe vom Automobilkaufmann bis zum Zahntechniker sorgen“, sagt Christoph Wendeburg, Schulleiter der BBS I: „Berufswähler können sich hier nicht nur über Plakate und Flyer informieren, sondern vor Ort mit den Ausbildern ins Gespräch kommen oder eben die BBS-Schüler befragen, die schon Erfahrungen in ihren Ausbildungsbetrieben gesammelt haben.“

Themke Hermann lobt die Gemeinschaftsveranstaltung von BBS, Kreishandwerkerschaft, Industrie- und Handelskammer sowie Agentur für Arbeit: „Das Angebot ist vor allem für diejenigen sinnvoll, die noch keine Ahnung haben, welchen Beruf sie wählen wollen, aber vielseitig interessiert sind“, glaubt der 14-Jährige. Er selbst hat sich schon über die Ausbildung zum Industriekaufmann informiert, will dann weiter zu den BBS II und III.

Am Stand der Agentur für Arbeit in der BBS I gibt Anja Leyva Escobar Tipps zur Berufswahl. Um die richtige Ausbildung für einen Jugendlichen zu finden, fragt sie zunächst nach den Interessen: „Im Mittelpunkt steht der Mensch mit seinen ganz persönlichen Neigungen. Danach klopfe ich Stärken und Kompetenzen ab.“ Hat sich bei dem Schüler ein stabiler Berufswunsch herauskristallisiert, gelte es, einige Dinge zu beachten. Ganz wichtig: Bewerber sollten sich „sehr gut“ über den Beruf und ihren potenziellen Betrieb informieren. „Im Bewerbungsschreiben sollte man immer angeben, warum man in genau diesem Unternehmen arbeiten will.“

Unbedingt notwendig sei eine individuelle Bewerbung: „Serienbriefe gehen gar nicht.“ Im Anschreiben sollte der Bezug zur eigenen Person hergestellt werden: „Bewerber müssen zeigen, warum gerade sie für den Beruf geeignet sind. Aber man sollte nicht nur Behauptungen aufstellen, sondern sie an konkreten Beispielen belegen.“

Die Arbeitsagentur verzeichnet in ihrer Jobbörse für den Eintrittstermin 1. August bis 30. September 2014 derzeit 446 gemeldete Ausbildungsstellen im Raum Lüneburg. Gut stehen die Chancen demnach beispielsweise für Einzelhandelskaufleute (50 offene Stellen), Bankkaufleute (28), Verkäufer (21) und Polizeivollzugsbeamte im gehobenen Dienst (20).