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Szene aus dem Video der Lüneburger Schüler: (v.l.) Till Zander, Sascha Ebel und Jonathan Weiß rappen ihren Milchsong.
Szene aus dem Video der Lüneburger Schüler: (v.l.) Till Zander, Sascha Ebel und Jonathan Weiß rappen ihren Milchsong.

Kuhstall-Rap der Milchbubis

jae Lüneburg. Mit großen Kulleraugen mustert das Publikum den unerwarteten Besuch. Die Zuschauer sind neugierig, die Stars aufgeregt. Till Zander, Jonathan Weiß und Sascha Ebel haben an diesem Nachmittag einen besonderen Auftritt: Ihre Bühne ist ein Stall, ihre Zuschauer sind Milchkühe. Die Schüler der Berufsbildenden Schulen III drehen im Kuhstall ein Musikvideo zu ihrem eigenen Rapsong. Einen passenderen Ort gäbe es nicht, denn ihr Lied dreht sich nur um ein Thema: Milch.

Entstanden ist die Idee zum Lied in der Schule: „Wir sollten ein Referat halten zum Thema gesunde Ernährung. Ein Vorschlag dazu war – ganz klein gedruckt – Lied“, sagt Till Zander. Schnell war den Freunden klar, dass es bei ihnen diesmal nicht mehr nur die klassische Powerpoint-Präsentation sein sollte: Ein richtig guter Rapsong musste her. Jonathan Weiß konnte dabei mit ersten Erfahrungen aufwarten: „Ich rappe seit drei Jahren, vor einem Jahr habe ich mir ein bisschen Equipment gekauft, deswegen habe ich das Lied mitgeprägt.“

Fünf Tage lang tüftelten Till Zander, Jonathan Weiß und Sascha Ebel an den Texten und der Musik. „Dann wollten wir auch ein richtiges Lied machen, nicht so einen Stuhlkreis-Rap, bei dem sich alle fremdschämen“, sagt Jonathan Weiß. Ein großer Anspruch, der mit viel Arbeit verbunden war. „Es war schon eine Aufgabe, mit Konzentration bei der Sache zu bleiben“, gibt Till Zander zu.

Durch den Kuhstall zieht ein kühler Wind. Die Nasen laufen, die Wangen haben sich rot gefärbt, aber Till Zander, Jonathan Weiß und Sascha Ebel lassen sich nicht anmerken, dass sie frieren. Dann startet die Musik. „Man sagte uns, wir sollen was Tolles über Milch sagen. Echt voll gut, dass es die gibt“ rappt Jonathan Weiß in die Kameralinse, eine Flasche Milch in der Hand.

Schon von Anbeginn der Schulzeit seien er und die anderen eine eingespielte Truppe. Alle Referate hätten sie bisher zusammen gemacht. Mit ihrem neuesten Projekt begeisterten sie nicht nur ihre Mitschüler, sondern auch die Lehrerin, „die hat das gefeiert. Es ist extrem lustig und hat dringenden Wiederholungsbedarf“, findet Till Zander. Im Moment fehle den Nachwuchsrappern dafür aber die Zeit. Und bis es soweit ist, seien sie auch mit Powerpoint-Präsentationen ganz zufrieden.