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Ein Mitarbeiter des Technischen Überwachungsvereins (TÜV) kontrolliert ein Auto auf mögliche Mängel. Reifen und Räder werden nach Licht, Elektrik und Umweltbelastung am häufigsten beanstandet. Foto: nh
Ein Mitarbeiter des Technischen Überwachungsvereins (TÜV) kontrolliert ein Auto auf mögliche Mängel. Reifen und Räder werden nach Licht, Elektrik und Umweltbelastung am häufigsten beanstandet. Foto: nh

Jedes vierte Auto mit gravierenden Mängeln

lz Lüneburg. Mehr als 70 Prozent aller Autos, die im vergangenen Jahr an der TÜV-Station in Lüneburg die Hauptuntersuchung absolvierten, bekamen sofort eine neue Plakette mit zwei Jahren Gültigkeit. Bei mehr als 54 Prozent fanden die Prüfer gar keine Mängel am Fahrzeug. Allerdings hatten auch 28,8 Prozent der geprüften Fahrzeuge erhebliche Mängel. Sie mussten unverzüglich repariert werden, bevor nach einer Nachprüfung die Plakette auf das Nummernschild und das HU-Siegel in den Fahrzeugschein geklebt werden konnten. Absolut verkehrsunsicher waren nur 0,21 Prozent. Das ist das Ergebnis der TÜV-Auswertung in Lüneburg.

Und noch zwei Zahlen aus der TÜV-Statistik: Das durchschnittliche Auto, das in Lüneburg geprüft wurde, war 8,9 Jahre alt und hatte mehr als 109 000 Kilometer auf dem Tacho. Insgesamt konstatieren die TÜV-NORD-Sachverständigen auch für die aktuelle Statistik einen gegenläufigen Trend: Einerseits steige die Zahl der Fahrzeuge mit erheblichen Mängeln deutlich an, andererseits gebe es aber auch immer mehr Fahrzeuge, die völlig mängelfrei an die TÜV-Station gefahren werden. Diese „Mangelschere“ beobachten die Sachverständigen schon seit Langem.

Allerdings sei der Anstieg der Fahrzeuge mit erheblichen Mängeln in diesem Jahr nur bedingt auf den schlechteren Zustand der Autos zurückzuführen. Vielmehr werde bei den TÜV-Prüfungen aktuell nach den Vorgaben der Hauptuntersuchung 2012 gearbeitet, die eine veränderte und vereinheitlichte Mängeleinstufung mit sich gebracht habe, und bei der einige vormals geringe Mängel jetzt als erheblich eingestuft werden.

Werner Hellmannzig, Leiter der TÜV-Station Lüneburg, bilanziert: „Die Hersteller bauen gute Autos, die auch nach vielen Jahren noch ohne Mängel auf unseren Straßen unterwegs sein können. Leider kümmern sich aber zahlreiche Autofahrer nicht genug um die Wartung und die Pflege ihres Fahrzeuges. Sie lassen aus Bequemlichkeit oder aus Kostengründen regelmäßige Termine zur Inspektion oder Instandhaltung verstreichen und checken ihr Auto auch nicht selbst vor Fahrtantritt. Dann können schnell Mängel auftreten. Wer sich ein wenig um sein Auto kümmert und es in einer Fachwerkstatt warten lässt, kann der TÜV-Hauptuntersuchung gelassen entgegen sehen.“

Am häufigsten beanstandet haben die Prüfer Mängel am Licht und in der Elektrik. Oft würden sogar mehrere Beleuchtungsmängel an einem Fahrzeug entdeckt. In der Mängelrangliste folgen die Bereiche „Umweltbelastung“ und „Achsen, Räder/Reifen“.

Keine Überraschung: Je älter die Fahrzeuge, desto höher ist die Zahl derjenigen, die im ersten Anlauf keine TÜV-Plakette bekommen. Die durchschnittliche Laufleistung liege bei drei Jahre alten Autos bei 49 825 Kilometern und bei den Elfjährigen bei 138 534 Kilometern auf dem Tacho. Als Auto mit den geringsten Mängeln im TÜV-Report wird bundesweit der Opel Meriva geführt.

Übrigens: Wer noch mit einer orangefarbenen TÜV-Plakette unterwegs ist, sollte sich schnell einen Termin bei seinem TÜV geben lassen. Mit dem bevorstehenden Jahreswechsel ändert sich die Farbe der fälligen Plaketten auf Blau, und dann ist schon farblich erkennbar, dass der TÜV-Termin überzogen wurde. Nach spätestens zwei Monaten ist ein Bußgeld fällig, später kommen noch Punkte in Flensburg dazu. Der TÜV in Lüneburg ist erreichbar unter Tel.: (0800) 8 07 06 00 oder unter www.tuev-nord.de im Internet.