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Bei der Suche nach einem geeigneten Ausbildungsplatz hilft die Agentur für Arbeit. Oft erfolgreich, aber nicht immer: 
Im Landkreis Lüneburg waren zum Ende des Ausbildungsjahres noch 24 gemeldete Jugendliche ohne Lehrstelle. Im gesamten Agenturbezirk waren es 112. Foto: A
Bei der Suche nach einem geeigneten Ausbildungsplatz hilft die Agentur für Arbeit. Oft erfolgreich, aber nicht immer: Im Landkreis Lüneburg waren zum Ende des Ausbildungsjahres noch 24 gemeldete Jugendliche ohne Lehrstelle. Im gesamten Agenturbezirk waren es 112. Foto: A

Jeder Zweite macht eine Lehre

red Lüneburg. Weniger Bewerber auf weniger Lehrstellen, das ist – in Kürze – das Fazit der Agentur für Arbeit Lüneburg-Uelzen für den Ausbildungsmarkt 2012/2013. Insgesamt registrierte die Agentur 4652 Bewerber (- 282 im Vergleich zum Vorjahr) und 2858 gemeldete Lehrstellen (- 234). Beliebtester Beruf bei den hiesigen Jugendlichen ist unverändert Kaufmann/-frau im Einzelhandel (Rangliste siehe unten).

Am Ende des Berufsberatungsjahres, das vom 1. Oktober 2012 bis 30. September dieses Jahres dauerte, waren noch 184 Ausbildungsstellen unbesetzt und 112 Bewerber unversorgt. Die Zahlen für den Landkreis Lüneburg: 952 gemeldete Stellen (- 108) und 1429 Bewerber (- 117). „Insgesamt war die Situation auf dem Ausbildungsmarkt gut“, betont Jens Mathias, Geschäftsführer operativ bei der Agentur Lüneburg-Uelzen. Die Chancen für Schulabgänger hätten sich nicht verschlechtert.

Die meisten Jugendlichen hätten eine Ausbildung oder Erwerbstätigkeit begonnen (51 Prozent). Dieser Anteil blieb im Vergleich zum Vorjahr nahezu unverändert. Der Anteil derer, die einen weiteren Schulbesuch, ein Studium oder ein Praktikum begonnen haben, sei leicht auf 18,9 Prozent zurückgegangen. Ebenfalls verringerte sich der Anteil der Jugendlichen, die eine Fördermaßnahme angetreten haben, er lag bei gut 3 Prozent. Der Anteil der Altbewerber, also derjenigen Jugendlichen, die bereits in den Vorjahren eine Ausbildung beginnen wollten, nahm leicht zu.

Als einen der Gründe, weshalb am Ende des Berufsberatungsjahres noch 112 Jugendliche, 86 mehr als im Jahr zuvor, unversorgt waren, führt Jens Mathias aus: „Trotz der vielen Aktivitäten, die unsere Berufsberatung in Schulen, auf Börsen und in unseren Häusern anbietet, sind in diesem Jahr viele Jugendliche auf dem letzten Drücker gekommen.“ Die Suche nach dem richtigen Beruf und der Ausbildungsstelle benötige aber Zeit. Daher appelliert der Geschäftsführer an Jugendliche, sich rechtzeitig mit der Berufsberatung in Verbindung zu setzen.

„Gleichzeitig gab es noch freie Ausbildungsstellen. Das zeigt, dass Angebot und Nachfrage nicht immer vollständig zueinander passen“, erläutert Mathias. Einerseits gehen Berufswünsche nicht immer mit dem regionalen Lehrstellenangebot einher oder Jugendliche erfüllen nicht alle Anforderungen der Betriebe. Andererseits können teilweise Jugendliche und Lehrbetrieb nicht zueinander finden, weil beispielsweise die Mobilität nicht gegeben ist. Gemeinsam mit den Partnern des Ausbildungspaktes sei die Nachvermittlung in vollem Gange. „Wir werden jedem der Jugendlichen, der bisher keine Ausbildungsstelle gefunden hat, ein Angebot unterbreiten“, verspricht Jens Mathias.

„Insgesamt ließen die konjunkturellen Prognosen die Unternehmen in Sachen Ausbildung vorsichtig agieren. Sie meldeten weniger Lehrstellen“, berichtet Marc Bleimeister, Teamleiter im gemeinsamen Arbeitgeber-Service von Arbeitsagentur und Jobcenter. Von den Ende September 184 unbesetzten Ausbildungsstellen kamen die meisten aus dem Einzelhandel sowie dem Hotel- und Gaststättengewerbe. „Für das kommende Jahr sind wir bereits seit Sommer dabei, Ausbildungsstellen einzuwerben.“

Bei den gemeldeten Berufsausbildungsstellen blieben die ersten vier Positionen wie im Vorjahr: Kaufmann/-frau im Einzelhandel (7,0 Prozent), Verkäufer/-in (5,7 Prozent), Koch/Köchin (3,9 Prozent) und Kfz-Mechatroniker Pkw-Technik (3,8 Prozent). Auf Platz fünf rückte der Beruf Fachverkäufer/in Lebensmittelhandwerk Bäckerei (3,2 Prozent) auf.

Arbeitgeber, die freie Ausbildungsstellen melden möchten, können dies unter der kostenfreien Hotline Tel.: (0800) 4 55 55 20 tun.

Die Top 5 der Wunschberufe bei Lüneburger Jugendlichen: