Donnerstag , 8. Dezember 2016
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Bereits Ende Oktober setzten sich Schüler und Eltern für den Erhalt der Sprachförderklassen an der Heiligengeistschule ein. Dazu gehörten (v.l.): die achtjährige Laura, Bärbel Vögtle-Bonatz, Astrid Ruske, Iris Mennerich und ihre Tochter Sophie.
Foto: A/t & w
Bereits Ende Oktober setzten sich Schüler und Eltern für den Erhalt der Sprachförderklassen an der Heiligengeistschule ein. Dazu gehörten (v.l.): die achtjährige Laura, Bärbel Vögtle-Bonatz, Astrid Ruske, Iris Mennerich und ihre Tochter Sophie. Foto: A/t & w

Förderklassen sollen bleiben

pet Lüneburg. Einen ersten Erfolg haben Eltern und Lehrer im ganzen Land, die sich gegenüber der rot-grünen Regierung für den Erhalt der Sprachheilklassen in Niedersachsen einsetzen, bereits erzielt – die Abschaffung der Förderklassen wurde um ein Jahr, auf das Schuljahr 2015/16, verschoben. Der Fraktion CDU/Bündnis 21 RRP im Kreistag ist das aber nicht genug: Sie hat für die Kreistagssitzung am Montag, 16. Dezember, 14 Uhr (Ritterakademie) eine Resolution verfasst. Titel: „Förderschulen mit Schwerpunkt Sprache/Sprachheilklasse in Niedersachsen nicht abschaffen/Wahlmöglichkeit für Eltern erhalten“.

In dem 2012, noch zu Zeiten der später abgelösten CDU-/FDP-Koalition, verabschiedeten Inklusionsgesetz, war vorgesehen, unter anderem die Förderschulen mit dem Schwerpunkt Sprache bestehen zu lassen. „Die derzeitige Landesregierung plant aber, dass Kinder mit dem Förderbedarf Sprache schon ab der 1. Klasse als Inklusionskinder an die Regelschulen gehen sollen“, heißt es in der Resolution. „Wir sind nicht gegen Inklusion“, betonen Ingrid Dziuba-Busch, Ulrike Walter und Harald Heuer von der CDU/Bündnis 21-RRP-Fraktion. „Aber uns ist die Wahlfreiheit der Eltern wichtig.“

In der Resolution heißt es weiter: „Kinder mit Sprachentwicklungsstörungen werden von ihrer Umwelt meist nicht richtig verstanden. Dadurch bedingt treten oft auch sozial-emotionale Auffälligkeiten auf. Die Förderschulen und die Sprachförderklassen sind in der Lage, diese Kinder individuell zu fördern und zu therapieren.“ Das geschehe in kleinen Gruppen, durch spezielle Lehrkräfte und fortlaufend. In Regelschulen, mit bis zu 26 Kindern pro Klasse, sei das nicht zu leisten.

Die CDU/Bündnis 21-RRP-Fraktion hatte sich von Tanja Staats, Konrektorin der Lüneburger Heiligengeistschule, deren Sprachheilklassen von 55 Kindern aus Stadt und Landkreis besucht werden, über die Erfahrungen berichten lassen. In der Resolution wird betont, dass auch die Sprachheilklassen ein Stück Inklusion bieten: „Sie sind Regelgrundschulen angegliedert. Somit haben die Kinder mit Förderbedarf von Beginn ihrer Schulzeit an Kontakt zu Kindern ohne Förderbedarf.“

Für den Erhalt der Sprachheilklassen an der Heiligengeistschule hatte sich kürzlich auch Lüneburgs Oberbürgermeister Ulrich Mädge (SPD) ausgesprochen.