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Wegen des Elbehochwassers Anfang des Jahres wie hier bei Radegast kam der Rückschnitt der Verbuschung nicht voran. Foto: t & w
Wegen des Elbehochwassers Anfang des Jahres wie hier bei Radegast kam der Rückschnitt der Verbuschung nicht voran. Foto: t & w

Auwälder nicht länger tabu

ml Lüneburg. Eine Projektgruppe soll von Januar an den Rückschnitt der Verbuschung an der Elbe wesentlich voranbringen. „Der Startschuss fällt bei einer Informationsveranstaltung am 21. Januar im Bleckeder Schloss“, sagt Inka Burow, Sprecherin des Umweltministeriums, auf LZ-Anfrage. Die Einladungen sollen in den nächsten Tagen verschickt werden, dabei sind unter anderem die Biosphärenreservatsverwaltung in Hitzacker, die Landkreise Lüneburg und Lüchow-Dannenberg sowie Deich- und Naturschutzverbände.

Erst in der vergangenen Woche hatte Lüneburgs Landrat Manfred Nahrstedt das Umweltministerium aufgefordert, sich bei der Europäischen Union für Ausnahmen beim Rückschnitt der Verbuschung im Deichvorland der Elbe stark zu machen. Die Bildung der Projektgruppe hatte die Staatssekretärin im Umweltministerium, Almut Kottwitz, allerdings schon Anfang November bei der Tagung „Natur und Kultur in der Elbtalaue“ angekündigt. Klar sei, dass die Gesamtplanung, die für ein rechtssicheres Vorgehen einschließlich naturschutzrechtlicher Verträglichkeitsprüfungen gegenüber der EU benötigt werde, noch einige Zeit dauern werden, sagte Kottwitz damals in Hitzacker und kündigte an: „Ich will deshalb kurzfristig für etwa fünf besonders dringliche Bereiche beispielhaft das ganze Vorhaben schon einmal vorziehen.“

Vorgesehen sind Rückschnitte im so genannten prioritären Lebensraumtyp Weiden-Auwald, verbunden mit Ersatz von Weiden-Auwald an anderer Stelle. Begrüßt wird der Einsatz der Projektgruppe von Lüneburgs Landrat. „Schon beim letzten Besuch von Umweltminister Stefan Wenzel haben wir festgestellt, dass einige prioritäre Lebensräume wie Querriegel in der Elbe liegen, den Abfluss von Hochwassern stark behindern“, sagt Nahrstedt. Letztlich gehe es nicht darum, „alles wegzuschneiden und den Querriegel zu roden“. Vielmehr müsse der Durchfluss der Elbe durch Auwälder bei Hochwasser gewährleistet sein.

Zusätzlich will der Landrat erreichen, dass mit dem Rückschnitt grundsätzlich am 1. August begonnen werden darf, wie ausnahmsweise bereits in diesem Jahr. Ansonsten seien die anfallenden Arbeiten in vielen Jahren nicht zu schaffen.

Mit den Ergebnissen der Projektgruppe will Kottwitz bereits im zweiten Quartal 2014 nach Brüssel fahren, um eine Zustimmung zum geplanten Verfahren und zum vorgezogenen Beginn der Rückschnitte von Weiden-Auwald zu bekommen. „Ich möchte schon heute Vertreterinnen und Vertreter der Region einladen, mich bei dieser Fahrt nach Brüssel zu begleiten“, hatte Kottwitz in Hitzacker gesagt.