Dienstag , 27. September 2016
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Hauptgeschäftsführer Norbert Bünten sieht in der Erweiterung des Technologiezentrums in Lüneburg eine Investition in die Zukunft. Hier entsteht aktuell ein neues Werkstattzentrum. Foto: t&w
Hauptgeschäftsführer Norbert Bünten sieht in der Erweiterung des Technologiezentrums in Lüneburg eine Investition in die Zukunft. Hier entsteht aktuell ein neues Werkstattzentrum. Foto: t&w

Millionen fließen für den Nachwuchs im Handwerk

lz Lüneburg. Die Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade nimmt im bundesweiten Vergleich eine Spitzenstellung im Bereich der beruflichen Bildung ein. Das belegten die Aus-, Fort- und Weiterbildungsdaten der Bildungseinrichtungen in Lüneburg, Braunschweig, Königslutter und Stade.

Insbesondere im Bereich der Technologischen Lehrlingsqualifzierung und der Gesellenprüfungen liege die hiesige Kammer nach eigenen Angaben deutlich über dem bundesweiten Durchschnitt. Die 2243 Lehrgänge der überbetrieblichen Ausbildung für Lehrlinge in 23 verschiedenen Berufen wurden im Jahr 2012 von 23787 Teilnehmern besucht. Damit gehört die Kammer Braunschweig-Lüneburg-Stade zu den drei der 53 Handwerkskammern, bei denen der Anteil der TLQ mehr als 60 Prozent des gesamten Schulungsvolumens ausmacht. Mit einem Anteil von rund 66 Prozent nimmt sie sogar den Spitzenplatz in Deutschland ein. Der bundesweite Mittelwert liege bei rund 38 Prozent.

Im Jahr 2012 legten zudem 4800 Lehrlinge ihre Gesellenprüfung im Kammerbezirk ab — das bedeute Platz fünf im bundesweiten Vergleich. Eine wichtige Rolle nehmen die Vorbereitungskurse auf die Meisterprüfung ein. So gab es 2012 insgesamt 117 Kurse in 17 Gewerken. Am Ende sprangen 488 neue Meister dabei heraus.

Eine Besonderheit ist das in Lüneburg ansässige und bundesweit einzigartige Kompetenzzentrum für Nutzfahrzeug- und Landmaschinentechnik. Gemeinsam mit der Bundes-Fachlehranstalt des Landmaschinen-Handwerks und Handels leitet es die weltweit erste Meisterschule für Landmaschinenmechaniker. Jährlich besuchen rund 90 Teilnehmer die Kurse in Lüneburg, das sind 40 Prozent aller Meisteranwärter bundesweit. Damit sei die Lüneburger Meisterschule Marktführer unter den 17 Meisterschulen dieses Gewerks in Deutschland.

Hauptgeschäftsführer Norbert Bünten sieht in den Zahlen eine Bestätigung für die Investitionen der Kammer: „Wir investieren damit in die Zukunftsfähigkeit des Handwerks“, sagt er. Um die quantitativen und qualitativen Standards zu halten, sei es unerlässlich, bei der Ausstattung der Werkstätten und Gästehäuser sowie beim Erhalt der Bausubstanz immer auf dem neuesten Stand zu sein. Allein für das Technologiezentrum in Lüneburg werden zurzeit 9,7 Millionen Euro in den Neubau des Werkstattzentrums, die Ausstattung der Werkstätten und die energetische Sanierung einer Fassade investiert.

Für den Bau einer neuen Werkstatthalle des Kompetenzzentrums für Nutzfahrzeug- und Landmaschinentechnik sind Investitionen von 2,5 Millionen Euro vorgesehen. Insgesamt laufen in den Bildungseinrichtungen in Braunschweig, Lüneburg und Stade Investitionen von mehr als 40 Millionen Euro. Gefördert werden die Baumaßnahmen mit bis zu 90 Prozent öffentlichen Mitteln.