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In den Trümmern des Lösecke-Hauses hatten die Experten der Polizei eindeutige Belege für eine Brandstiftung gefunden. Nun suchen die Ermittler den Täter. Noch fehlen entscheidende Hinweise und belastbare Indizien. Foto: t&w
In den Trümmern des Lösecke-Hauses hatten die Experten der Polizei eindeutige Belege für eine Brandstiftung gefunden. Nun suchen die Ermittler den Täter. Noch fehlen entscheidende Hinweise und belastbare Indizien. Foto: t&w

Gedankenspiele der Ermittler

ca Lüneburg. Einige Fragen haben sich für die Ermittler geklärt, doch noch fehlt der 20-köpfigen Sonderkommission der entscheidende Hinweis, wer in der Nacht zum 2. Dezember den verheerenden Brand am Stintmarkt gelegt hat. Einiges legen die Beamten erst einmal als aktuell nicht relevant zur Seite. So wissen sie beispielsweise, wer zur Tatzeit ein Taxi nutzte oder wer mit einem Lieferwagen unterwegs war und davonfuhr. Dafür gebe es nachvollziehbare Begründungen, heißt es aus Polizeikreisen.

Auch habe niemand der Mieter des ehemaligen Lösecke-Hauses einen wirtschaftlichen Vorteil durch das Feuer, welches das Gebäude bis auf die Grundmauer niederbrennen ließ. Alle bislang vernommenen Personen gelten daher als Zeugen, nicht als Beschuldigte.

Die Beamten verfolgen verschiedene Thesen. Dabei spielt auch die Überlegung eine Rolle, dass die Täter zwar das Restaurant Trattoria massiv treffen wollten, wo der Brand an mindestens zwei Stellen ausbrach, doch eventuell sei alles außer Kontrolle geraten: Die Brandstifter hätten wohl nicht überblicken können, wie schwierig es für die Feuerwehr sein würde, den Brand zu löschen. Denn die Helfer kamen von der Ilmenauseite kaum an den Brandherd heran, weshalb das Gebäude abgebrochen werden musste.

Nun hätten die Ermittler verschiedene Theorien entwi“ckelt, die sie auf ihre Stichhaltigkeit prüfen — das Spektrum reicht von Schutzgelderpressung bis hin zu persönlicher Rache. Noch mangelt es aber offenbar an belastbaren Beweisen, um aus Gedankenspielen Indizienketten aufzubauen.

Die Ermittlungen dauern an, vielleicht hilft die Belohnung in Höhe von 20.000 Euro, dass jemand etwas zu Hintergründen erzählen möchte, hofft die Polizei. Hinweise unter 29 23 63.