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Während Landkreis und Landesbehörde bei den Plänen zum Bau der Elbbrücke und eines Deiches kooperieren, erhalten Pendler auch 2014 Zuschüsse für Fährtickets der Tanja (Bild) und der Amt Neuhaus. Insgesamt 150 000 Euro hat der Kreistag dafür bereitgestellt.
Foto: t & w
Während Landkreis und Landesbehörde bei den Plänen zum Bau der Elbbrücke und eines Deiches kooperieren, erhalten Pendler auch 2014 Zuschüsse für Fährtickets der Tanja (Bild) und der Amt Neuhaus. Insgesamt 150 000 Euro hat der Kreistag dafür bereitgestellt. Foto: t & w

Straße auf der Deichkrone?

ml Lüneburg. Bei Neu Darchau wollen Deich- und Brückenbauer in den kommenden Monaten den Schulterschluss üben. Geprüft werden soll, ob und wie die Pläne für den Hochwasserschutz und den Bau einer Elbbrücke in Einklang zu bringen sind. Dass die Konzepte kollidieren, sich die Planer gegenseitig behindern, halten der zuständige Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) und der Landkreis Lüneburg momentan für unwahrscheinlich. Stattdessen hoffen beide Behörden auf Synergieeffekte.

„Negative Aspekte fallen mir beim derzeitigen Stand der Planungen nicht ein“, sagt Heinrich König vom NLWKN. Positiv könne dagegen sein, dass „gegebenenfalls bauliche Synergieeffekte erzielt und die Eingriffe in die Natur minimiert werden“. Deutlicher wird Lüneburgs Erster Kreisrat Jürgen Krumböhmer: „Es hat bereits mehrere Gespräche mit dem NLWKN gegeben mit dem Ergebnis, dass die Deichlinie und die für den Brückenbau erforderliche Trasse für die Umgehungsstraße in einem bestimmten Abschnitt in Deckung gebracht werden sollen.“ Im Klartext: Die Umgehungsstraße im Bereich des Schutzwalles auf der Deichkrone verlaufen soll.

Gleichzeitig warnt Krumböhmer vor zu hohen Erwartungen: „Der NLWKN geht mit dieser Variante ins Rennen, ob sich die Idee tatsächlich realisieren lässt, ist noch völlig offen.“ Dem Kreis als Träger des Planungsverfahrens für die Elbbrücke gehe es zunächst vor allem um eine enge Zusammenarbeit mit dem NLWKN und „die Kooperation ist angelaufen“, sagt der Erste Kreisrat. Dabei könnten auch die Deichbauer von den bereits vorliegenden Planungsunterlagen des Landkreises Lüneburg profitieren. „Vorgeschlagen haben wir zudem ein gemeinsames Bodengutachten erstellen zu lassen, das ja auch für die Brücke noch aussteht.“ Auch habe der Kreis dafür geworben, für den Deichbau denselben Umweltgutachter einzusetzen, der bereits die Expertisen für die Brücke verfasst hat. „So lassen sich Widersprüche beseitigen und Kosten sparen, weil der Gutachter nicht bei Null anfangen muss“, so Krumböhmer.

Doch noch steht der NLWKN ganz am Anfang der Planungen. „Einen konkreten Zeitplan gibt es noch nicht. Angedacht ist, 2014 weiterführende Planungen vorzunehmen, die in eine Genehmigungsplanung münden sollen“, sagt Herma Heyken, Pressesprecherin des Landesbetriebes. Zu prüfen sei, welcher Hochwasserschutz für die Ortslagen Neu Darchau und Katemin unter Berücksichtigung der lokalen Gegebenheiten am zweckmäßigsten zu realisieren sei. Die Hoffnung von Lüneburgs Erstem Kreisrat: „Läuft alles optimal, kann der Deichbau Ende 2015 beginnen.“

Finanziell hat der Kreistag die Weichen für den Brückenbau unterdessen gestellt. Bei ihrer Sitzung Mitte Dezember haben die Abgeordneten einstimmig den Wirtschaftsplan für den kreiseigenen Betrieb Straßenbau und -unterhaltung verabschiedet. Enthalten ist im Vermögensplan auch eine sogenannte Verpflichtungsermächtigung in Höhe von 44 Millionen Euro für den Brückenbau verteilt auf die Jahre 2015 bis 2017. Das heißt: Werden die Pläne konkret, könnten ohne weitere Beschlüsse erste Mittel eingesetzt werden.