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Die Brandserie hielt im September 2013 die gesamte Elbmarsch in Atem. Foto: Feuerwehr
Die Brandserie hielt im September 2013 die gesamte Elbmarsch in Atem. Foto: Feuerwehr

Anklage gegen mutmaßlichen Brandstifter erhoben

ca Lüneburg. Die Brandserie in der Elbmarsch findet ihr Nachspiel vor dem Landgericht. Wegen Brandstiftung in sieben Fällen hat die Staatsanwaltschaft Lüneburg jetzt Anklage gegen einen 17 Jahre alten Feuerwehrmann erhoben. Der Jugendliche steht im Verdacht, im vergangenen Herbst in Bütlingen und Tespe drei Häuser angesteckt zu haben. Auch Strohballen in Bütlingen und Oldershausen sowie mehrere Säcke mit Müll soll der Angeschuldigte angezündet haben, alles in allem entstand ein Schaden von mehr als 700000 Euro. Die Staatsanwaltschaft legt dem Angeschuldigten sieben Brände zwischen dem 2. und 12. September zur Last. Nach Auskunft von Landgerichtssprecher Dr. Volker König ist noch nicht klar, wann die Zweite große Jugendkammer den Prozess eröffnen wird.

Die Brandserie versetzte die Elbmarsch in Angst und Schrecken, weil der Täter beinahe täglich zuschlug und rasend schnell auch gegen Wohnhäuser vorging. In Bütlingen machten sich Bürger auf und liefen Brandwache. Die Polizei ermittelte offen und verdeckt, bildete unter Leitung von Hauptkommissar Jürgen Schubbert eine 27-köpfige Sonderkommission. Mitte September, zwei Tage nachdem in Marschacht ein Einfamilienhaus in Flammen stand, nahmen die Ermittler den Jungen fest. Der räumte zwar in einer ersten Vernehmung ein, auf einem Feld Dutzende Strohballen in Brand gesetzt zu haben, bestritt aber die übrigen Taten. Seitdem schweigt er.

Zeitweilig war der junge Feuerwehrmann, der an den Tatorten selber mitgelöscht hat, in der Lüneburger Kinder- und Jugendpsychiatrie untergebracht, inzwischen sitzt er in Untersuchungshaft. Oberstaatsanwältin Angelika Klee berichtet, dass mehrere Indizien gegen den Angeschuldigten sprechen. Spürhunde der Polizei haben den Geruch des mutmaßlichen Täters an Brandorten erschnüffelt, zum Vergleich soll dem Vernehmen nach ein Handschuh gedient haben. Auch hätten Zeugen den Jugendlichen belastet, sie wollen ihn in der Nähe der Brände gesehen haben. Zudem habe es nach der Festnahme nicht mehr in Bütlingen gebrannt. Die Sprecherin der Staatsanwaltschaft sagt, die Ermittler gingen weiterhin davon aus, dass der Angeschuldigte allein gehandelt habe. Im Dorf halten sich hartnäckig Gerüchte, nach denen der 17-Jährige Komplizen gehabt habe. Rechtlich geht die Staatsanwaltschaft von Delikten in unterschiedlicher Schwere aus, sie reichen von einfacher bis zu besonders schwerer Brandstiftung, weil in den angezündeten Häusern Menschen in Todesgefahr gewesen seien.