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Beim Blick durchs Fernrohr entdeckte Thomas Lohmann zunächst nichts Ungewöhnliches: Wie fast immer konnten er und sein Partner Eckhard Panz (roter Overall) kein Eis auf der Elbe ausmachen, auch wurde die Eiswettgesellschaft von Hohnstorfs Bürgermeister André Feit (kl. Bild, Mitte) und seinem Kollegen Andreas Thiede (r.) angeführt - nur war der Lauenburger diesmal auch der Überraschungsgast. Fotos: t & w
Beim Blick durchs Fernrohr entdeckte Thomas Lohmann zunächst nichts Ungewöhnliches: Wie fast immer konnten er und sein Partner Eckhard Panz (roter Overall) kein Eis auf der Elbe ausmachen, auch wurde die Eiswettgesellschaft von Hohnstorfs Bürgermeister André Feit (kl. Bild, Mitte) und seinem Kollegen Andreas Thiede (r.) angeführt - nur war der Lauenburger diesmal auch der Überraschungsgast. Fotos: t & w

Ein „strahlender Tag“ an der Elbe +++ Mit Fotogalerie +++

ml Hohnstorf/Elbe. Politisch korrekt ist es auf der Hohnstorfer Eiswette noch nie zugegangen. Gern werden Damen und Herren aus Politik und Verwaltung durch den Kakao gezogen – egal, welch politischer Couleur. Damit sich die Flecken im Jahr der Landratswahl jedoch gleichmäßig verteilen, war gestern nicht nur Amtsinhaber Manfred Nahrstedt aus der Kreisverwaltung zur 21. Eiswette eingeladen worden, sondern auch Kreisrätin Monika Scherf, die am 25. Mai als Parteilose für die CDU den Sozialdemokraten Nahrstedt herausfordern will.

Und Hohnstorfs Bürgermeister André Feit sieht die Kreisrätin gut vorbereitet: „Zu Weihnachten hat sie eine kräftige Motorsäge bekommen, um an Manfred Nahrstedts Stuhl zu sägen.“ Der war seinerseits nicht untätig, hatte bereits Ende Oktober versucht, Hohnstorfs Ehrenbürgermeister und Eiswetten-Begründer Jens Kaidas für sein Wahlkampfteam zu gewinnen, nachdem dieser im Zwist mit Kreis-CDU sein Parteibuch zurückgegeben hatte.

Doch Nahrstedts „schwarzer Bruder Jens“ winkte ab – und auch dafür hatte der Nachfolger eine Erklärung parat: „Unser Ehrenbürgermeister engagiert sich nur für Dinge, die Aussicht auf Erfolg haben“, schenkte Feit dem amtierenden Landrat noch ein wenig Hohnstorfer politischen Kakao nach.

Doch vor rund 200 Gästen am Elbdeich gab es in diesem Jahr nicht nur Spott, sondern auch Lob und Dank. Zur Eiswette geladen waren neben den „üblichen Verdächtigen“ auch zahlreiche Vertreter der Organisationen, die im vergangenen Juni geholfen hatten, die Deiche gegen das Extremhochwasser der Elbe zu verteidigen – allen voran Feuerwehr, Polizei, THW, DLRG, Bundeswehr und Deichverbände; aber auch DRK und Landfrauen dankte Feit.

So gesehen war es konsequent, einen weiteren Akteur des vergangenen Juni-Hochwassers als Überraschungsgast zu wählen. Von Feit als Leuchtturm beschrieben, auf zahlreichen Katastrophenbildern neben Bundeskanzlerin Angela Merkel zu sehen, wenn auch laut Hohnstorfs Bürgermeister nur schwer zu erkennen, „weil immer der Kopf fehlte“, verfügt der Überraschungsgast 2014 bereits über Eiswetten-Erfahrung. Denn bereits zum dritten Mal führte Andreas Thiede am Sonntag als Lauenburger Bürgermeister gemeinsam mit Feit die Eiswettgesellschaft auf ihrem Gang hinunter zur Elbe an. Beide begegnen sich auf Augenhöhe – nicht nur körperlich, auch verbal. Deshalb fiel Thiede der Merkel-Konter nicht schwer: „Mir ist es lieber, ihr Kopf ruht auf meiner Brust als umgekehrt.“

Und spannend war die Eiswette auch in diesem Jahr – trotzt des milden Wetters. Denn eigentlich geht es in Hohnstorf nur selten um die Frage „ob de Elv geit oder steit?“, sondern fast immer nur darum, wie die Paten, Binnenschiffersohn Thomas Lohmann und Fischer Eckhard Panz, erklären, dass und warum „de Elv geit“. Die Ursachensuche hat das Duo in diesem Jahr nicht nach Südeuropa geführt, sondern nur wenige Kilometer stromaufwärts. Aus Gorleben kehrten sie in einer „Castor-Tonne“ zurück – und Fischer Eckhard Panz wünschte allseits „einen strahlenden Tag“.