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Schulferien für Skiurlaub?

mm Lüneburg. Schnee im Winter – das ist in Norddeutschland keine Selbstverständlichkeit. Da zieht es viele gen Süden, in die Berge, wo mit Schnee gerechnet werden kann. In neun von 16 Bundesländern gibt es extra Winterferien, damit Familien auch zu dieser Jahreszeit in den Urlaub fahren können. In Niedersachsen gibt es keine Skiferien für Schüler. Doch das könnte sich bald ändern. Die vier niedersächsischen Landtagsfraktionen (SPD, Grüne, CDU und FDP) haben eine gemeinsame Resolution verabschiedet, in der sie sich für eine Neuregelung der Ferienzeit ab 2018 stark machen. Künftig soll es statt zwei Tagen Zeugnisferien an den beiden letzten Tagen im Januar eine ganze Woche frei geben. Die drei zusätzlichen freien Tage würden sich jedoch auf die übrigen Ferien auswirken, hier müsste dann gekürzt werden. Kürzere Sommerferien gegen eine Woche Winterferien? Was denken Lüneburger Schüler über diesen Vorschlag? Die LZ hat einige von ihnen gefragt.

Für Ricardo wäre es in Ordnung, wenn für die Einführung von Winterferien woanders freie Tage abgezogen würden. Skiferien seien doch „eine coole Sache“. Bisher war der 15-jährige Realschüler noch nicht im Skiurlaub, er möchte im nächsten Winter aber gerne auf die Piste, „am liebsten nach Österreich“, sagt der Neuntklässler.
In den Skiurlaub würde auch Siebtklässlerin Rieke gerne mal fahren. Die 13-Jährige wünscht sich Winterferien, aber dafür sollten die übrigen Ferien nicht verkürzt werden. Bei genauerem Überlegen würde die Realschülerin aber doch eine Kürzung in Kauf nehmen, denn gegen die Woche Ferien zwischendurch sei nichts einzuwenden.
Gut gebrauchen kann man zusätzliche freie Tage, wenn es nach Turki (15) geht. Der Neunt- klässler spricht sich für die Einführung von Winterferien aus. Von den Sommerferien könnten dafür ruhig ein paar Tage abgezogen werden: „Da ist man eh sechs Wochen zu Hause und viele Freunde sind nicht da.“ Winterferien sieht er als Alternative.
Die Sommerferien findet Dennis eigentlich zu lang. Der 19-jährige Oberstufenschüler hätte sich während seiner bisherigen Schulzeit über „richtige“ Winterferien gefreut. Seit er und seine Familie aus dem bayerischen Rosenheim in den Norden gezogen sind, sei er nicht mehr Skifahren gewesen – dafür hätte es längere Winterferien gebraucht.
„Es gibt Sommer- und Wintertypen“, sagt Zwölftklässler Aydin vom Gymnasium Oedeme. Er selbst sei ein Sommertyp: „Ich hasse den Winter und den Schnee, Skiurlaub wäre nichts für mich.“ Lange Ferien am Stück sind für den 18-Jährigen deshalb möglichen Skiferien vorzuziehen. Denn im Sommer könne man viel besser draußen „chillen“.
Pamela (l.) und Natalia von der Fachschule Sozialpädagogik der BBS III finden die Idee von Skiferien „an sich total gut“. Zusammen würden die Freundinnen gerne mal die Skier anschnallen – beide waren bisher noch nicht im Skiurlaub. Allerdings sollten für zusätzlichen Urlaub keine anderen Ferientage „geklaut“ werden. Schon gar nicht im Sommer – bei den Herbstferien könne eventuell gekürzt werden. Die 23-jährige Pamela kennt Skiferien aus Polen, dafür gäbe es keine langen Oster- und Herbstferien. Fotos: mm

One comment

  1. Warum denn als Konsequenz „kürzere Sommerferien“? Die können doch bleiben, wie sie sind. Aber warum gibt es im Winter keine Ferien – und dann rund um Ostern drei Wochen? Hier könnte locker eine Woche in den Winter vorverlegt werden. Mir war es schon immer ein Rätsel, warum ein Tourismus-Land wie Niedersachsen nicht auch im Winter Ferien hat. Für Harz & Co. wird das sicher nicht schaden. Und für Schüler/Lehrer finde ich den Abstand zwischen dem Jahreswechsel und Ostern ohne nennenswerte Pause einfach zu lang.
    Also: Tolle Initiative – machen!