Donnerstag , 29. September 2016
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Vorzeitig hat Christoph Maltzan am 1. Oktober 2013 seinen Posten als Dahlenburger Samtgemeindebürgermeister angetreten. Nach 100 Tagen herrscht ein deutlich gelösteres Klima im Rathaus als noch unter seinem Vorgänger, auch, weil Maltzans Bürotür fast immer offen steht. Foto: t&w
Vorzeitig hat Christoph Maltzan am 1. Oktober 2013 seinen Posten als Dahlenburger Samtgemeindebürgermeister angetreten. Nach 100 Tagen herrscht ein deutlich gelösteres Klima im Rathaus als noch unter seinem Vorgänger, auch, weil Maltzans Bürotür fast immer offen steht. Foto: t&w

100 Tage Bürgermeister in Dahlenburg

kre Dahlenburg. Es ist einiges liegen geblieben im vergangenen Jahr: Akten, Anfragen, Anträge, Vorgänge… Vieles davon Hinterlassenschaften noch aus der Zeit von Samtgemeindebürgermeister Joachim Dassinger, der im Januar vergangenen Jahres vorzeitig aus dem Amt gewählt worden war (LZ berichtete). Das muss das will Christoph Maltzan jetzt vorrangig als Erstes abarbeiten. Seit 100 Tagen ist der Nahrendorfer als neuer Samtgemeindebürgermeister in Dahlenburg im Amt. Die ersten Ratssitzungen hat er bereits hinter sich, viele Gespräche geführt, die Verwaltung dezent neu organisiert. Zeit also, eine erste Zwischenbilanz zu ziehen. ,,Die Tage hat mich ein Bekannter gefragt, ob mir die Arbeit noch Spaß macht“, berichtet der neue Dahlenburger Rathauschef schmunzelnd, um seine Antwort sogleich noch einmal zu wiederholen: ,,Na klar macht mir die Arbeit noch Spaß!“

Die erste Aufgabe hat ,,der Neue“ bereits gut gemeistert: Es herrscht wieder ein offeneres Arbeitsklima im Rathaus. Das zeigt sich nicht nur daran, dass die Tür zum Chef jetzt immer offen ist. ,,Nur dann natürlich nicht, wenn ich Besuch habe“, sagt Maltzan. Auch das Schlüsselproblem der Zugang zum Rathaus ist für Maltzan keines. Während sich noch sein Vorgänger Dassinger mit Gott und der Welt angelegt hatte, um zu verhindern, dass der Fleckenbürgermeister Bernd Chudzinski eine Schlüssel zum Rathaus erhält, sieht das Maltzan weitaus pragmatischer: Er will sogar allen Fraktionsvorsitzenden einen Rathausschlüssel aushändigen, damit die Fraktionen das Sitzungszimmer nutzen können. Und noch einen bedeutsamen Unterschied gibt es: Maltzan besitzt im Gegensatz zu seinem glücklosen Amtsvorgänger auch kein Diensthandy. Was in anderen Kommunen nicht wirklich eine Nachricht wäre, ist für die Dahlenburger Kommunalpolitik durchaus bedeutsam. Schließlich hatte der Gebrauch des Diensttelefons für private Gespräche Joachim Dassinger zuletzt auch noch vor Gericht gebracht. Dort wurde er nach zwei Verhandlungstagen letztlich zwar freigesprochen. Doch solche Erfahrungen will Maltzan sich und dem Rat ersparen.

Auf den neuen Rathauschef warten schließlich andere und vor allem weitaus wichtigere Aufgaben die Vorbereitung der geplanten Bürgerbefragung zur Einheitsgemeinde etwa: Maltzan ist ein Befürworter der Reform. Am liebsten würde er sogar die alten Pläne den Zusammenschluss der drei Kommunen Bleckede, Neuhaus und Dahlenburg zur einer Großgemeinde neu aufleben lassen. Doch das ist Wunschdenken. Niemand weiß das besser als Maltzan selbst. ,,Ich hatte mit meinem Bleckeder Amtskollegen Jens Böther noch einmal darüber gesprochen“, sagt der Dahlenburger Samtgemeindebürgermeister. In der Elbestadt sehe man keinen Anlass für neue Überlegungen in diese Richtung. ,,Rat und Bürgermeister in Bleckede sehen sich nach wie vor an das Votum ihrer Bürgerbefragung vor einigen Jahren gebunden,“ weiß Maltzan.

So bleibt also nur die ,,kleine“ Lösung die mögliche Umwandlung der Samt- in eine Einheitsgemeinde. ,,Diese Entscheidung würde viele Vorteile bringen“, glaubt der Bürgermeister. Ob die Bürger das genauso sehen, wird die Befragung im Zuge der Europawahl am 25. Mai zeigen. Für die Dahlenburger Politik wird das Ergebnis also ein wichtiger Fingerzeig sein ob sie die Idee der Einheitsgemeinde weiter verfolgen sollen oder gleich beerdigen können.

Doch auch dann kann Maltzan über mangelnde Arbeit nicht klagen: Die Suche nach geeigneten Räumlichkeiten für das Jugendzentrum, die Ansiedlung von Gewerbe, das Erstellen eines Feuerwehrbedarfplans alles das hat der neue Samtgemeindebürgermeister auf seiner Agenda stehen: ,,Dahlenburg hat Potenzial“, das will er wieder verstärkt deutlich machen.