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In den ehemaligen Kasernenblock an der Bleckeder Landstraße sind die ersten Asylbewerber eingezogen. Nun sucht die Stadt nach hier lebenden Syrern, die ihre Verwandtschaft nach Deutschland holen möchten. Foto: A/t&w
In den ehemaligen Kasernenblock an der Bleckeder Landstraße sind die ersten Asylbewerber eingezogen. Nun sucht die Stadt nach hier lebenden Syrern, die ihre Verwandtschaft nach Deutschland holen möchten. Foto: A/t&w

Verwandte von syrischen Flüchtlingen gesucht

(sp) Lüneburg. Verwandte bevorzugt – so lautet, kurz gesagt, ein wichtiges Kriterium bei der Auswahl von weiteren syrischen Flüchtlingen, die in Deutschland Schutz suchen dürfen. So haben es das Bundesministerium des Inneren (BMI) und das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge entschieden. Die Lüneburger Ausländerbehörde schreibt darum jetzt alle in der Hansestadt und im Landkreis Lüneburg wohnenden syrischen Staatsangehörigen über 18 Jahre per Brief an, um sie über das Prozedere zu informieren. Die derzeit hier lebenden Syrer können demnach Kontakt mit der Lüneburger Ausländerbehörde aufnehmen und dort gegebenenfalls Familienangehörige als mögliche Nachzügler benennen. Das Problem: Wer inzwischen die deutsche Staatsangehörigkeit angenommen hat oder formal staatenlos ist, den kann die Behörde auch nicht anschreiben. Dieser Personenkreis sollte sich darum schnell selber melden.

Aber der Reihe nach. Zunächst die ministeriellen Grundlagen:
Das BMI hat entschieden, zur Bekämpfung der Flüchtlingskrise in Syrien und dessen Anrainerstaaten sowie in Ägypten im Jahr 2014 weitere 5000 besonders schutzbedürftige syrische Flüchtlinge für die Dauer des Konflikts aufzunehmen. Dabei soll das Kriterium verwandtschaftlicher Beziehungen zu in Deutschland lebenden Familienangehörigen verstärkt berücksichtigt werden. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge erteilt insgesamt 5000 Personen (mit syrischer Staatsangehörigkeit und deren Angehörigen), die in Folge des Bürgerkrieges aus ihrem Wohnort flüchten mussten und sich in Syrien, dessen Anrainerstaaten oder in Ägypten aufhalten, eine Aufnahmezusage. In begründeten Ausnahmefällen können auch Staatenlose, deren Identität feststeht und die nachweislich seit mindestens drei Jahren in Syrien gelebt haben, in das Bundesgebiet aufgenommen werden.

Die Kriterien:
Für die Auswahl der aufzunehmenden Personen wird vorrangig das Kriterium verwandtschaftlicher Beziehungen zu in Deutschland lebenden Familienangehörigen berücksichtigt. Besonders sollen Personen aufgenommen werden, für die Verpflichtungserklärungen abgegeben wurden oder die Bereitschaft erklärt wurde, bei der Unterbringung und Lebensunterhaltssicherung einen Beitrag zu leisten.

Außerdem können auch Kriterien wie Voraufenthalte, Sprachkenntnisse und humanitäre Gesichtspunkte berücksichtigt werden oder auch Fähigkeiten, nach dem Ende der Konflikte einen besonderen Beitrag zum Wiederaufbau des Landes zu leisten.

Der Zeitablauf:
Die in Frage kommenden Personen müssen dem Niedersächsischen Innenministerium bis zum 14. Februar 2014 von der Lüneburger Ausländerbehörde gemeldet werden. Diese benötigt die Meldungen von den in der Region lebenden Angehörigen bis zum 6. Februar. Zurzeit werden alle in der Hansestadt und dem Landkreis Lüneburg wohnenden syrischen Staatsangehörigen über 18 Jahre per Brief über die Möglichkeiten informiert.

Inzwischen Deutscher oder staatenlos?
Alle vormals syrischen Staatsangehörigen, die bereits die deutsche Staatsangehörigkeit erhalten haben und Staatenlose können nicht per Brief informiert werden. Dieser Personenkreis kann sich persönlich oder telefonisch über das Verfahren informieren und zwar bei den folgenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Ausländerbehörde der Hansestadt Lüneburg:

Herr Ulrich Noost , Tel.: 04131 309-3216
Frau Cathrin Behr, Tel.: 04131 309-3840
Herr David Bertram, Tel.: 04131 309-3833
Frau Birgit Kaiser, Tel.: 04131 309-3489
Frau Annette Rörup, Tel.: 04131-309-3731