Dienstag , 27. September 2016
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Am Telefon geben sich die Betrüger als Microsoft-Mitarbeiter aus und behaupten, der Computer des Anrufers sei mit einem Virus verseucht. Foto: Polizei
Am Telefon geben sich die Betrüger als Microsoft-Mitarbeiter aus und behaupten, der Computer des Anrufers sei mit einem Virus verseucht. Foto: Polizei

Polizei warnt vor Betrügern am Telefon

us Lüneburg. „Die ersten Anrufe habe ich Ende September bekommen, dann war eine Zeitlang Ruhe. Anfang des Jahres fing es wieder an.“ Fast täglich hatte Peter Brandt aus Betzendorf einen Englisch sprechenden Anrufer am Telefon, „mit einem indischen Akzent“, wie ihm auffiel. Der penetrante Störenfried habe sich als Mitarbeiter der Firma Microsoft ausgegeben und ihn aufgefordert, einen bestimmten Code auf seinem Computer einzugeben und ihm diesen zuzusenden, um Fehler im Betriebssystem beheben zu können.

Ähnlich wie dem Betzendorfer Peter Brandt ist es in den vergangenen Wochen offenbar auch anderen Menschen in Stadt und Kreis ergangen. „Seit Freitag habe ich vermehrt Kunden, die davon berichten“, sagt Detlef Klietz, Lüneburger IT- und Web-Dienstleister. „Die Anrufer behaupten auch, man hätte sich einen Virus auf dem PC eingefangen oder verbotene Raubkopien heruntergeladen“, sagt Klietz. Meist würden sie gegen Zahlung Hilfe anbieten und die Angerufenen auffordern, eine Software auf ihrem PC zu installieren.

„Auf keinen Fall sollten Anhänge in E-Mails, die man von Unbekannten erhalten hat, geöffnet oder Software von fragwürdigen Internetseiten heruntergeladen werden“, warnt Wiebke Hennig von der Polizeidirektion Lüneburg. Diese Programme ermöglichten es den Tätern, Manipulationen am PC der Opfer vorzunehmen, um beispielsweise Bank- oder Kreditkarteninformationen auszuspähen oder den Computer zu sperren. Oft würde dann Geld verlangt, um die Sperrung rückgängig machen zu lassen.

Eine Häufung solch betrügerischer Anrufe angeblicher Microsoft-Mitarbeiter hatte es in Nordrhein-Westfalen gegeben, vor wenigen Tagen hatte das dortige Landeskriminalamt eine Warnung herausgegeben. „Vor 14 Tagen hatten wir auch zwei Hinweise dieser Art“, sagt Lüneburgs Polizeipressesprecher Kai Richter. Zwar seien das bislang nur Einzeltaten, „doch das Dunkelfeld wird deutlich höher sein“, vermutet Richter.

Dass es sich bei den Anrufern tatsächlich um Microsoft-Mitarbeiter handelt, schließt der Software-Konzern kategorisch aus. „Wir rufen grundsätzlich keine Privatkunden an“, erklärt Thomas Mickeleit, Sprecher von Microsoft Deutschland. Auch er rät dringend davon ab, zweifelhafte Software zu installieren.

Um sich vor unliebsamen Anrufern zu schützen, empfiehlt die Polizei, sich gar nicht erst auf die Anrufer einzulassen. Peter Brandt hatte – nach wiederholten Anrufen zu Beginn des Jahres – einfach den Hörer nebst Anrufer beiseitegelegt. Und Detlef Klietz empfiehlt: „Sagen Sie einfach, Sie hätten keinen Computer oder Sie besitzen einen Mac. Dann hat sich das erledigt.“