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Unterricht in Kiruhura: Seit Ruandas offizielle Landessprache von Französisch auf Englisch wechselte und damit auch Unterrichtssprache ist, haben die Schüler Probleme, den Lehrern zu folgen. Foto: nh
Unterricht in Kiruhura: Seit Ruandas offizielle Landessprache von Französisch auf Englisch wechselte und damit auch Unterrichtssprache ist, haben die Schüler Probleme, den Lehrern zu folgen. Foto: nh

Lüneburger Studenten wollen in Ruanda helfen

lz Lüneburg. Eine Gruppe Lüneburger Studenten möchte ein Projekt im afrikanischen Ruanda initiieren. Dafür brauchen sie Unterstützung. In einem Gastbeitrag für die Landeszeitung erklären sie, worum es ihnen geht.

Kennen Sie eigentlich Kiruhura? Nein? Das ging uns Anfang dieses Semesters ähnlich. Kiruhura ist ein kleines Dorf im Norden von Ruanda, in dem derzeit etwa 4000 Menschen leben, miteinander lachen, arbeiten und lernen. Das Problem der rund 1000 Schüler ist jedoch, dass die Lern-Bedingungen für sie kaum ausreichend sind, da ihr Unterricht in einer Sprache stattfindet, die selbst die Lehrer zum großen Teil nur sehr schlecht beherrschen.

2009 wurde Ruandas Landessprache von Französisch zu Englisch geändert, um Ruanda als wirtschaftlich aufstrebendes Land den Anschluss an die ostafrikanische und globale Handelsgesellschaft zu ermöglichen. Als Folge daraus muss nun auch der staatliche Unterricht, der bislang auf Französisch stattfand, auf Englisch vonstatten gehen. Dieser Unterricht wird nun aber von Lehrern vermittelt, die selbst des Englischen kaum mächtig sind und somit den Schülern die Sprache nur schwer vermitteln können.

Und hier kommen wir ins Spiel. Wir sind eine Gruppe von Studenten der Leuphana Universität Lüneburg aus dem ersten und dritten Semester. Unter der Leitung von Dr. Jorge Guerra Gonzalez, er ist Gründer und zugleich Vorstandsvorsitzender des Vereins „International Non-Profit Network“, setzen wir uns intensiv mit dem Thema der Entwicklungszusammenarbeit auseinander und hinterfragen diese auch kritisch, um gemeinsam das Beste für unser Projekt herauszuholen.

Das Dorf Kiruhura ist uns ein besonderes Anliegen, da unsere Mentorin Carla Duvenhorst selbst für ein halbes Jahr in dem Dorf gelebt und an der Schule gearbeitet hat und dadurch einen direkten Einblick in die Situation vor Ort erhalten hat und Kontakte knüpfen konnte. Infolgedessen ist eine partnerschaftliche Kooperation auf Augenhöhe möglich, in der es uns wichtig ist, gemeinsam herauszufinden, wo Unterstützung notwendig und gewünscht ist.

Unser Ziel ist es nun, ein Austauschprogramm ins Leben zu rufen, das es zunächst deutschen Lehramtsstudenten ermöglichen soll, nach Ruanda zu reisen, um dort Englisch zu unterrichten und die Lehrer Kiruhuras zu unterstützen, sowie längerfristig auch Schülern aus Ruanda den Austausch nach Deutschland zu ermöglichen.

Um unser Projekt ins Rollen zu bringen, ist es zunächst notwendig, für eine Unterbringung der Studenten zu sorgen. Zu diesem Zweck möchten wir eine Art einfaches Gästehaus in Kiruhura errichten, das zugleich die seit längerer Zeit gewünschte Bibliothek beherbergen soll. Wir stehen in regem Kontakt mit Bewohnern des Dorfes und feilen derzeit noch an einem endgültigen Entwurf für das Gebäude, doch auch dieser sollte bald abgeschlossen sein. Um nun tatsächlich mit dem Bau beginnen zu können, fehlt bislang noch ein Teil der finanziellen Mittel.

Mit einer Spende können Lüneburger das Projekt unterstützen, über einen Newsletter werden sie dann alle zwei bis vier Wochen mit Informationen und Bildern über die Fortschritte versorgt, damit sie erfahren, wo ihr Geld landet. Mehr Informationen gibt es per E-Mail an kiruhura@web.de.