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Die Partnerschaft zwischen Landwirten und Imkern fördern will Niedersachsen mit der Neufassung des Blühstreifenprogramms. Die volle Prämie gibt es nur, wenn Imker beteiligt sind. Foto: A/t&w
Die Partnerschaft zwischen Landwirten und Imkern fördern will Niedersachsen mit der Neufassung des Blühstreifenprogramms. Die volle Prämie gibt es nur, wenn Imker beteiligt sind. Foto: A/t&w

Landwirte und Imker Hand in Hand

off Lüneburg. Neue Wege im Bienenschutz will Niedersachsens Landwirtschaftsminister Christian Meyer einschlagen. Beim Großimkertag in Soltau stellte der Grünen-Politiker jetzt seine konkreten Planungen für das Blühstreifenprogramm der Zukunft vor und das sieht erstmals eine Beteiligung der Imker vor. Nur wer als Landwirt bei der Anlage von Blühstreifen mit einem Imker zusammenarbeitet, erhält künftig die volle Prämie in Höhe von 900 Euro pro Hektar und Jahr. „Das ist ein sehr guter Ansatz“, sagt Ludwig Schwab vom Kreisimkerverein Lüneburg. Und zwar nicht nur für gesündere Bienen, sondern auch für eine bessere Partnerschaft zwischen Landwirten und Imkern.

Auch Minister Meyer hofft, „dass sich initiiert durch diese Maßnahme viele Landwirte und Imker treffen, sich kennenlernen und jeweils von den Problemen der anderen Seite hören.“ Gleichzeitig sollen die Blühstreifen durch die Beteiligung der Imker noch effektiver werden, mehr Bienen als bisher von den Blühpflanzen profitieren. Umsetzen will Meyer das Programm im Rahmen der Neuausrichtung der Agrarpolitik mit finanzieller Unterstützung der Europäischen Union und des Bundes. Ein Richtlinienentwurf für das niedersächsische Blühstreifenprogramm mit Imkerbeteiligung steht bereits, muss nun in Brüssel angemeldet und genehmigt werden.

Dass Landwirte Blühstreifen anlegen, ist nicht neu. Schon in der letzten Agrarförderperiode wurden sie für diese freiwillige Umweltmaßnahme finanziell belohnt mit jährlich maximal 560 Euro pro Hektar. In der neuen Förderperiode (2014 bis 2020) soll sich die Beihilfe auf 900 Euro pro Jahr und Hek­tar erhöhen, „darin enthalten die Imker-Prämie in Höhe von maximal 100 Euro“, heißt es aus dem Ministerium. Um die zu erhalten, müssen die Landwirte einen Imker bei der Auswahl des Standortes und der Blühpflanzenmischung für ihre Bienenweide beteiligen. Ist das geschehen, füllt der zuständige Imkerverband dem Landwirt einen entsprechenden Vordruck aus und sichert ihm damit die zusätzlichen 100 Euro.

Im Landkreis Lüneburg wird das neue Förderprogramm auf fruchtbaren Boden fallen. Davon ist Imker Ludwig Schwab überzeugt. „Schon jetzt hat unsere Region bei den Blühstreifen eine Spitzenstellung.“ Auf insgesamt mehr als 2000 Hektar oder rund vier Prozent der Ackerfläche im Kreis blühten 2013 laut Landwirtschaftskammer Pflanzen wie Senf, Ölrettich, Sonnenblumen, Klee oder Ringelblumen. In Zukunft dürfte die Zahl der Bienenweiden noch zunehmen. Denn die zusätzliche Förderung, davon ist Landwirtschaftsminister Meyer überzeugt, „wird die Teilnahme an dieser Blühstreifenförderung deutlich attraktiver“ machen.

Bereits im Frühjahr sollen die Landwirte das Blühstreifenprogramm mit Imkerbeteiligung beantragen können, dafür bereits einen Imker namentlich benennen. 2015 werden dann die ersten Bienenweiden blühen und vielen Insekten neue Nahrungsquellen bieten. Dabei geht es den Imkern allerdings nicht darum, dass sie mithilfe der Bienenweiden ihren Honig­ertrag steigern können. „Diese Blühstreifen dienen vor allem der Gesunderhaltung der Bienen“, sagt Schwab, beim Kreis­imkerverein zuständig für Bienengesundheit und Honig.

„Für die Jungbienenaufzucht benötigen die Ammentiere Pollen, um eine hochwertige Babynahrung zu produzieren“, erklärt der Lüneburger Schwab. Und eben die liefern in der zweiten Hälfte des Sommers die Blühstreifen. Nicht der einzige Vorteil der Bienenweiden. „Auch viele andere Insekten, Wildtiere und Vögel profititieren von den Blühstreifen.“ Geht es nach Ludwig Schwab, würde er das Blühstreifenprogramm der Zukunft deshalb auch noch ein wenig breiter anlegen und neben den Imkern auch noch die Jäger mit ins Boot holen.

One comment

  1. nach seinem vortrag bei unserem berufsimkertag in soltau lässt nds. ldw. minister meyer
    seinen worten auch taten folgen “ gefällt mir „