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Mit der Fähre ging es von Neru Darchau ans andere Elbufer nach Darchau zum gemütlichen Teil der Veranstaltung mit dem  Eiswetten-Essen. Foto: ki
Mit der Fähre ging es von Neru Darchau ans andere Elbufer nach Darchau zum gemütlichen Teil der Veranstaltung mit dem Eiswetten-Essen. Foto: ki

„Elv geiht“ trotz Minusgraden

ki Neu Darchau/Darchau. Eisiger Wind und Schneeflocken fegten über die Elbe. Dazu frostige Temeraturen von Minus 12 Grad doch der Stimmung tat das bei der Eiswette keinen Abbruch. Nur 2006 war es mit 15 Minusgraden noch kälter. ,,Eine Woche noch diese Kälte, und die Elbe ist zugefroren“, war die einstimmige Überzeugung der Elbanwohner. Pünktlich, nachdem der Wecker von Eisrat Henning Bodendieck um 11 Uhr geklingelt hatte, steuerte die Fähre Tanja den Anleger Neu Darchau an. An Bord der neue Gutachter Thomas von der Heiden, der den Zustand der Elbe prüfte und an seiner Seite Stephan Beier von Rautenkranz. Die Eisräte am Fähranleger in Neu Darchau riefen: „Thomas, was mookt de Elv?“ Die Antwort kam prompt, nachdem er seinen Regenschirm ins Wasser getaucht hatte und außer ein paar kleine Eisschollen der Fluss ruhig dahin floss: „Leve Lüü, wie kommt von drüben un dat mit Schipp un nich to Foot. Darum is klor un een jeder weit, de Elv de geiht“. Stephan Beier von Rautenkranz an seiner Seite als „Novize“ ist der Schwiegersohn von Franz von Rautenkranz, der die Eiswette vor 18 Jahren mit ins Leben gerufen hatte. „Stephan wird noch eingenordet“, meinte launig Eisrat Ralf Hinneberg.

Mit der Fähre setzten Eisrat und weit über einhundert Wetter über nach Darchau zur Eiswettenfeier. Eisrat Jörg Neben hieß im Café ,,An der Elbe“ alle herzlich willkommen und meinte schmunzelnd: „Unsere Eiswette ist heute erwachsen geworden, sie lebt und ist auch nach 18 Jahren nicht abgeflacht“. Nur durch die vielen treuen Wetter beiderseits der Elbe sei das möglich. Neben erinnerte an die Grenzöffnung vor 25 Jahren und freute sich, dass durch die Eiswette die Leute von hüben und drüben gemeinsam feiern. Für die musikalische Umrahmung der Veranstaltung sorgte wie immer die River Side Gang und eine Augenweide war wieder einmal der Auftritt des NCC-Balletts aus Neuhaus.

Dass Thomas von der Heide den Zustand der Elbe bekannt gab, habe seinen Grund informierte Jörg Neben: „Franz ist im März verstorben. Er war nicht nur von Anfang an dabei, sondern es war ihm ein großes Anliegen, dass wir es hinbekommen, das die Leute zueinander kommen“. Spontan wurde es still im Saal, alle erhoben sich von den Plätzen und gedachten in einer Schweigeminute an Franz von Rautenkranz. Neben rollte die Geschichte der Eiswette kurz auf. Damit der Eisrat wieder „vollständig“ ist, wurde Stephan Beier von Rautenkranz, der immer schon an der Eiswette teilgenommen hat, zum Eisrat ernannt.

Pünktlich um 12 Uhr gab es dann das traditionelle Eiswetten-Essen und für die 211 der 275 Wettteilnehmer, die richtig mit ihrem Tipp lagen, zudem noch einen Eiswetten-Cocktail. Außerdem erhielten sie Urkunden mit der Ernennung zu Eisheiligen. Der Reinerlös aus der Veranstaltung kommt Jugendgruppen beiderseits der Elbe zu gute. Am 1. Advent werden Eiswetten-Schecks an sie verteilt, und es können ab dann Tipps für die Eiswette 2015 abgegeben werden.